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Die Hemmschwelle zur Gewaltanwendung sinkt immer weiter

Asylbewerber attackieren Sicherheitspersonal wegen Fußballverbots in der Wohnhalle

Montag, 14 Dezember 2015 18:44
Die Hemmschwelle zur Gewaltanwendung sinkt immer weiter Die Hemmschwelle zur Gewaltanwendung sinkt immer weiter Quelle: PIXABAY.COM

Karlsfeld - Wie niedrig die Schwelle zur Gewaltanwendung in Flüchtlingsheimen oftmals ist, zeigte sich erst an diesem Sonntagnachmittag im oberbayerischen Karlsfeld im Landkreis Dachau. Dort war es zu einer Massenschlägerei zwischen etwa 80 Bewohnern und Security-Mitarbeitern gekommen. 40 Beamte der Polizeiinspektion in Dachau und des Polizeipräsidiums München mussten in der Karlsfelder Ottostraße anrücken, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. Drei Flüchtlinge und vier Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes wurden verletzt.

Auslöser der gewalttätigen Auseinandersetzungen war laut Polizeibericht die harmlose Aufforderung von Sicherheitskräften an Asylbewerber, das Fußballspielen in der Wohnhalle zu unterlassen, um Rücksicht auf die restlichen Bewohner zu nehmen. Daraufhin attackierten die Fußball spielenden Asylanten aus dem Senegal und Eritrea die Security-Mitarbeiter und bewarfen sie mit Steinen. Schlagartig solidarisierten sich andere Asylbewerber mit den Angreifern, und die Lage eskalierte. Da für die Vernehmungen zahlreiche Dolmetscher benötigt werden, dauern die polizeilichen Ermittlungen zu dem Vorfall noch an.

Erst Ende November war es in der Karlsfelder Traglufthalle, die der Landkreis Dachau als Asyl-Unterkunft nutzt, zu Ausschreitungen unter Asylbewerbern und einer versuchten Brandstiftung gekommen. Anlässe für diese Tumulte waren nach bisherigem Kenntnisstand ein Diebstahl und Fotoaufnahmen, die ein Asylant von einem anderen gegen dessen Willen machte. Schnell richtete sich der Zorn der Hallenbewohner aber gegen die Sicherheitsleute, von denen zwei durch einen Gesichtsschlag und einen Flaschenwurf verletzt wurden. Die Polizei ermittelt in beiden Fällen gegen Asylbewerber wegen Körperverletzung.

Außerdem versuchten mehrere Asylbewerber, die Wand der Traglufthalle mit Feuerzeugen in Brand zu setzen. Nur weil die Wände aus besonders schwer entflammbarem Material sind, fing die Halle, in der etwa 280 Männer einquartiert sind, kein Feuer. Im Falle einer geglückten Brandstiftung hätte die Halle in sich zusammenfallen können. Einem Sprecher des Landratsamtes zufolge wäre es dann womöglich zu einer gefährlichen Massenpanik mit Verletzten gekommen.

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