bayern-depesche.de

Freigegeben in Regional

Pflegefamilie des Asylbewerbers sollte monatlich 1.200 Euro erhalten

Allein Jugendbetreuung des Asyl-Attentäters von Würzburg kostete 2015 mehr als 50.000 Euro

Freitag, 29 Juli 2016 19:15
Allein Jugendbetreuung des Asyl-Attentäters von Würzburg kostete 2015 mehr als 50.000 Euro Bildquelle: PIXABAY.COM

Ochsenfurt - Sein Anschlag bildete den Auftakt für mehrere Bluttaten von Flüchtlingen, die Deutschland erschüttert und die politische Debatte befeuert haben: Ein offiziell 17-jähriger Asylbewerber aus Afghanistan attackierte in einem Regionalzug bei Würzburg mehrere Fahrgäste mit einer Axt und einem Messer. Er verletzte dabei fünf Menschen zum Teil lebensgefährlich, bevor er von der Polizei erschossen wurde.

Nach Zeugenaussagen soll der Täter vor seinem Angriff auf die Zugreisenden „Allahu Akbar“ („Gott ist groß“) gerufen haben. In seinem Zimmer bei einer Pflegefamilie fand die Polizei eine handgemalte IS-Flagge. Kurze Zeit später bekannte sich die Terrormiliz Islamischer Staat zu dem Anschlag und präsentierte ein Bekennervideo, das den Asylbewerber mit einem Messer in der Hand bei der Verfluchung von „Ungläubigen“ zeigt.

Nach Angaben von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) war der Attentäter als sogenannter unbegleiteter Flüchtling im Juni 2015 nach Deutschland eingereist. Sein Asylverfahren sei seitdem aber nicht vorangekommen: „Er ist nicht angehört worden. Es sind auch keine Fingerabdrücke genommen worden“, kritisierte Herrmann.

Unter dem Namen Riaz Khan Ahmadza war der junge Mann mit immer noch ungeklärter Identität fast ein Jahr lang im Kolpinghaus in Ochsenfurt untergebracht. Dort galt er als Musterbeispiel für „gelungene Integration“. Er soll freundlich, ruhig und sportlich aktiv gewesen sein und einen Ausbildungsplatz in einer Bäckerei in Aussicht gehabt haben.

Wie der „Münchner Merkur“ berichtet, kostete allein die jugendgerechte Betreuung des Islamisten im letzten Jahr mehr als 50.000 Euro. Der elfmonatige Aufenthalt im Kolpinghaus schlug bei einem Tagessatz von 145 Euro mit insgesamt 47.850 Euro zu Buche.

Der Zeitung zufolge fielen nach der Ankunft des Asylbewerbers weitere 2.000 Euro für die sogenannte Inobhutnahme an. Die Pflegefamilie, bei der er nur zwei Wochen lebte, sollte 1.200 Euro im Monat für die persönliche Flüchtlingsbetreuung erhalten. Die Höhe der angefallenen Arztkosten konnte der „Merkur“ aufgrund des komplizierten Erstattungsverfahrens nicht ermitteln.

Der Präsident des bayerischen Landkreistages, Christian Bernreiter, hatte bereits im Jahr 2015 besorgt darauf hingewiesen, dass die Heimplatz-Kosten für einen unbegleiteten minderjährigen Asylbewerber bei etwa 60.000 Euro im Jahr liegen.

Letzte Änderung am Samstag, 30 Juli 2016 14:19
Artikel bewerten
(22 Stimmen)
Bitte anmelden, um einen Kommentar zu posten