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Anzeige wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte und Körperverletzung

Afrikaner widersetzt sich Abschiebung nach Italien und verletzt Polizisten bei Fluchtversuch

Mittwoch, 07 Juni 2017 20:26

Rosenheim - Die Bundespolizei hat am 4. Juni einen ghanaischen Staatsangehörigen zwecks Abschiebung dem Rosenheimer Amtsgericht vorgeführt. Als er in das Dienstfahrzeug einsteigen sollte, leistete der 20-Jährige massiven Widerstand, flüchtete und verletzte einen Beamten.

Der Ghanaer war am Vortag in einem Zug aus Österreich ohne die erforderlichen Einreisepapiere aufgegriffen worden. Ersten Ermittlungen zufolge lebt der Mann seit 2014 als anerkannter Asylant in Italien, plante sein weiteres Leben aber offenbar in Deutschland. 

Um die Abschiebung des Afrikaners nach Italien zu gewährleisten, führten ihn Bundespolizisten Sonntagfrüh dem Haftrichter vor. Nach der Verhandlung gelang dem Asylbewerber zunächst die Flucht. Nach kurzer Verfolgung in Richtung Ludwigsplatz konnte er von einem Beamten gefasst werden. Allerdings widersetzte sich der Ghanaer so sehr, dass der Polizist stürzte, sich eine blutende Kopfverletzung zuzog und im Krankenhaus behandelt werden musste.

Der erneut flüchtende Afrikaner wurde kurze Zeit später von einer Streife der Landespolizei festgenommen. Er sitzt nun in der Justizvollzugsanstalt Mühldorf und soll zeitnah den italienischen Behörden überstellt werden. Ihn erwartet eine Strafanzeige wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte und Körperverletzung, wie die Bundespolizeiinspektion Rosenheim mitteilte.

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