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Flüchtlingsbeauftragter aus Angst vor rumänischer Familie untergetaucht

„Dank“ für Spendenaktion: Rumänen bedrohen Landshuter Flüchtlingskoordinator mit dem Tod

Dienstag, 06 September 2016 00:32
„Dank“ für Spendenaktion: Rumänen bedrohen Landshuter Flüchtlingskoordinator mit dem Tod Bildquelle: PIXABAY.COM

Landshut - „Undank ist der Welten Lohn“ sagt der Volksmund. Das muss auch der Landshuter Flüchtlingskoordinator Thomas Link erfahren, nachdem er für eine rumänische Familie eine Spendenaktion initiierte und als „Dank“ dafür Morddrohungen der Spendenempfänger bekommen hat.

Die Vorgeschichte: Mitte Juli ertrank ein rumänischer Junge im Hammerbach, einem Nebenarm der Isar im Stadtgebiet von Landshut.

Damit die Familie das Geld für eine Beerdigung ihres fünfjährigen Kindes in der Heimat aufbringen kann, wurde im Namen des Oberbürgermeisters eine bürgerschaftliche Direkthilfe organisiert. Wie die „Abendzeitung“ berichtet, erhielt die Familie einen mittleren vierstelligen Betrag, um die Überführung und Beisetzung des Leichnams in Rumänien bezahlen zu können. 

Statt Dankbarkeit zeigten die Rumänen groben Undank und bedrohten den Initiator der Spendenaktion, den persönlichen Referenten des Oberbürgermeisters und Flüchtlingskoordinator Thomas Link, sogar mit dem Tod.

Das Unheil nahm seinen Lauf, als die mit dem Spendenbetrag unzufriedenen Rumänen in der Sparkassen-Filiale am Kennedy-Platz die Nennung aller Spender und deren Spendenhöhe verlangten. Als ihnen das verweigert wurde, stürmten sie in Links Büro und unterstellten dem Flüchtlingsbeauftragten, ihnen nicht die ganze Spendensumme ausgehändigt zu haben. Als dieser das vehement bestritt, wurden mehrere Todesdrohungen ausgestoßen.

„Wir ermitteln gegen eine Person wegen Bedrohung“, teilte Thomas Rauscher von der Staatsanwaltschaft Landshut jetzt mit. Polizeisprecher Stefan Scheibenzuber betonte: „Das nehmen wir nicht auf die leichte Schulter.“ Die Personen, die Thomas Link im Rathaus bedrängten und einschüchterten, bekamen mittlerweile einen Hausbesuch von der Polizei. Laut Scheibenzuber wurde ihnen aber bloß „massiv ins Gewissen geredet“.

Auf die Wirkung einer solchen „Gefährderansprache“ scheint der massiv bedrohte Behördenmitarbeiter jedenfalls nicht zu vertrauen. Er tauchte erst einmal unter und ließ sogar das Namensschild vor seinem Rathausbüro abnehmen.

Letzte Änderung am Dienstag, 06 September 2016 00:38
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