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Die zweifelhafte Moral/Show eines Ministerpräsidenten

Wolfgang Kubicki urteilt hart über Markus Söders Corona-Politik

Dienstag, 12 Januar 2021 23:11
Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki Quelle: Deutscher Bundestag

München - „Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder hat jetzt erklärt, dass sich viele als Opfer der Pandemie darstellten, die wahren Opfer seien aber die fast 40.000 Toten in Zusammenhang mit dem Virus. Ausgerechnet Söder, der bisher eher mit harten Worten als richtigen Entscheidungen aufgefallen ist, sollte zunächst auf seinem eigenen Hof kehren, bevor er anderen Menschen moralische Ratschläge erteilt.

Markus Söder hat es bei der Bewältigung dieser Pandemie nicht ausreichend geschafft, die Altenheime zu schützen, hat die bisher größte Test-Panne dieser Pandemie zu verantworten und trägt die Verantwortung dafür, dass in Bayern Campingkühlboxen für den Transport der Impfdosen eingesetzt wurden. Für all diejenigen, die vor den Scherben ihrer Existenz stehen, die durch gleichzeitiges Homeschooling und Homeoffice zerrissen werden, die seit Monaten auf Hilfe vom Staat warten, muss diese Art der söder-moralischen Erhebung ein Schlag ins Gesicht sein. Gott schütze Bayern - und uns vor Söder. WK“, wütet FDP-Vize Wolfgang Kubicki auf seiner Facebookseite gegen die moralisierenden Anmaßungen von Ministerpräsident Markus Söder.

So weit, so gut, Kubicki hat recht, kratzt aber dennoch lediglich an der Oberfläche der tatsächlich bestehenden Problematik. Wenn Menschen laut Markus Söder schon keine Opfer sein sollen, die inzwischen durch seine Politik laut Kubicki vor den „Scherben ihrer Existenz“ stehen, stellt sich die Frage nach den vielen Toten umso dringlicher, die unmittelbar und mittelbar durch die aktuelle Coronapolitik im Bund und Land Bayern sowie weltweit verursacht werden. Zu diesem Thema herrscht bislang völliges Schweigen, in Bayern ist der Abgeordnete Markus Plenk MdL der engagierteste Mahner zu diesem Thema, das doch so offen auf der Hand liegt. Vieles spricht dafür, dass die aktuellen politischen Maßnahmen in der Summe erheblich mehr Opfer fordernwerden, als letztlich Coronatote vermieden werden. Sind diese Opfer kein „Stich ins Herz“ von Markus Söder, wie er sich selbst oft auszudrücken pflegt? Man denke an den zu erwartenden Anstieg von Depressionen und Suiziden, die letztlich manchmal tödliche Verzögerung der Diagnose und Behandlung bei Patienten mit Krebs, Herz- und Kreislauferkrankungen, Schlaganfällen und vielen anderen Leiden, die regelmäßig mit einer erheblichen Sterblichkeitsrate einhergehen. Menschen gehen in diesen Tagen vielfach nicht mehr zum Arzt, warten ab, behandeln sich selbst. Operationen und andere notwendige Eingriffe und Behandlungen werden verschoben. Laut Berichten der „Tagesschau“, die sich auf Daten aus verschiedenen Ministerien bezieht, nahm die häusliche Gewalt in Zeiten der Pandemie stark zu. Ähnliche Effekte dürften sich auch auf der Basis eines durch die aktuellen Umstände verursachten erhöhten Alkohol- und Drogenmissbrauches ergeben. Ein weiterer Anstieg ist gerade in den folgenden Jahren erst wahrscheinlich, wenn Perspektivlosigkeit und Verzweiflung herrschen und die tatsächlichen Folgen der aktuellen Lockdownpolitik sichtbar zu Tage treten. Deutlich erkennbar und auch absehbar ist weiterhin der durch die aktuellen Maßnahmen, natürlich auch global betrachtet, zunehmende Hunger in der Welt, der zuerst und in erster Linie Kinder betrifft und weiterhin betreffen wird. Die alleine hier zu erwartenden Todeszahlen werden diejenigen des Infektionsgeschehens leicht erkennbar bei Weitem übertreffen. In der weltweiten, vielleicht sogar auch nationalen Gesamtbilanz betrachtet dürfte die aktuelle Coronapolitik keine Toten vermeiden, sondern eher mehr Tote und verheerende weitere wirtschaftliche und gesellschaftliche Schäden erzeugen. Die Risiken und Schäden werden letztlich nur politisch umverteilt, insgesamt wie so oft eher von den Schultern der Stärkeren auf die der Schwächeren. Ob diese Art Umverteilung gerecht und moralisch angemessen oder vertretbar ist, soll an dieser Stelle offenbleiben. Markus Söder und sein Kabinett blenden sie jedoch ganz offensichtlich weitgehend aus. Es ist nicht erkennbar, dass die genannten Risiken derzeit effektiv evaluiert, politisch abgewogen und in einer für den Bürger transparenten Form in die öffentliche Debatte eingebracht werden. Söders Politik scheint vielfach „alternativlos“ zu sein. Über die tatsächlichen Gründe der aktuellen politischen Entscheidungen sollte sich der Bürger Gedanken machen. Ein Recht, sich zum Moralapostel aufzuschwingen, möchte ich dem Ministerpräsidenten ebenso wie Wolfgang Kubicki an dieser Stelle jedoch nachdrücklich absprechen.

 

Hinweis: https://youtu.be/MEkxnq4k42Q

Letzte Änderung am Mittwoch, 13 Januar 2021 14:55
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