bayern-depesche.de

Freigegeben in Politik

VFB: Freiberuflichkeit nicht auf dem Altar „europäischer Gleichmacherei“opfern

Verband Freier Berufe und FDP kritisieren EU-Angriff auf Selbstverwaltung von Freiberuflern

Freitag, 08 Juli 2016 22:35
Verband Freier Berufe und FDP kritisieren EU-Angriff auf Selbstverwaltung von Freiberuflern Quelle: FDP Bayern | Verband Freier Berufe in Bayern e.V. (VFB)

München - Der Verband Freier Berufe in Bayern e.V. (VFB) und die bayerische FDP haben sich bei einem gemeinsamen Spitzengespräch für die Stärkung der Freiberuflichkeit und den Erhalt der freiberuflichen Selbstverwaltung ausgesprochen, die sie durch Bestrebungen der EU-Kommission gefährdet sehen. Beide Seiten kritisieren auch die steigende Steuerlast und wachsende Bürokratie, die Freiberuflern zu schaffen mache.

Nach Angaben von VFB-Präsident Fritz Kempter ist die Zahl der selbständigen Freiberufler im Freistaat in den letzten fünf Jahren um fast 20 Prozent gestiegen. Sein Verband werde mit Unterstützung einer breiten Landtagsmehrheit dafür kämpfen, dass sich diese positive Entwicklung auch in Zukunft fortsetzt.

Kempter beklagt einen massiven Angriff der EU auf die Struktur der Freien Berufe in Deutschland, die mit ihren Berufs- und Gebührenordnungen sowie berufsrechtlichen Regelungen nach Auffassung der EU-Kommission angeblich gegen den freien Wettbewerb verstößt.

„Für uns heißt das, den Angriffen der EU-Kommission auf die Selbstverwaltung deutlich entgegenzutreten. Es wäre fatal, wenn die Werte der Freiberuflichkeit auf dem Altar europäischer Gleichmacherei geopfert würden“, betont Fritz Kempter. „Die wirtschaftsrechtliche Ordnung der Freien Berufe mit der Selbstverwaltung der Kammern und den jeweiligen Berufsgesetzen ist Garant für den wertvollen Beitrag der Freien Berufe für das Gemeinwohl.“

Albert Duin, Landesvorsitzender der Bayern-FDP, ergänzt: „Die Freien Berufe sind ein wichtiger Wachstumszweig für unsere Wirtschaft. Sie brauchen sichere und faire Rahmenbedingungen. Eine Absenkung von Qualitätsstandards lehnen wir genauso ab wie zusätzliche steuerliche und bürokratische Belastungen.“

Gute Kontakte unterhält der Verband Freier Berufe in Bayern auch zur Landtagsfraktion der Freien Wähler (FW).

Am 13. April 2016 waren Verbandsvertreter mit FW-Abgeordneten im Landtag zu einem Arbeitsfrühstück zusammengekommen, um sich ihrer politischen Gemeinsamkeiten zu versichern. Man diskutierte über die Selbstverwaltung der Freien Berufe und deren Honorarordnungen, eine flächendeckende medizinische Versorgung im Freistaat und die Novellierung des Bayerischen Rettungsdienstgesetzes.

Artikel bewerten
(7 Stimmen)
Bitte anmelden, um einen Kommentar zu posten