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Vereinigung der bayerischen Wirtschaft gegen Belastungen heutiger und künftiger Beitragszahler

Vbw-Präsident Alfred Gaffal warnt vor „Wettlauf um Renten-Wohltaten“

Montag, 10 Oktober 2016 18:19
Vbw-Präsident Alfred Gaffal warnt vor „Wettlauf um Renten-Wohltaten“ Vbw-Präsident Alfred Gaffal warnt vor „Wettlauf um Renten-Wohltaten“

München - Der Präsident der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw), Alfred Gaffal, hat den Verlauf der derzeitigen Rentendebatte kritisiert. „In der Diskussion um die Zukunft der Altersvorsorge muss jetzt Schluss sein mit dem Wettlauf um Renten-Wohltaten“, mahnte er. „Unserem Land fehlt ein rentenpolitisches Gesamtkonzept, das auf der einen Seite die nächsten Generationen im Auge behält und auf der anderen Seite den Faktor Arbeit nicht weiter belastet.“

Gaffal erklärte für die vbw, die als branchenübergreifende Interessenvereinigung 127 bayerische Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände sowie 41 Einzelunternehmen vertritt: „Die Erhöhung der Rentenbeiträge ist nicht akzeptabel. Schon heuteliegt die Abgabenpflicht zur Sozialversicherung bei fast 40 Prozent. Die Arbeitgeber in der deutschen Privatwirtschaft zahlten 2015 an Arbeitskosten 32,70 Euro für eine Stunde Arbeit – 26 Prozent mehr als im Durchschnitt der Europäischen Union.“ 

Eine weitere Rentenerhöhung hätte zwangsläufig negative Folgen für die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen. 

Die Leistungsausweitungen für jetzige Rentner und rentennahe Jahrgänge müssten einseitig von heutigen und künftigen Beitragszahlern aufgebracht werden, was mit dem Gedanken der Generationengerechtigkeit unvereinbar sei. „Eine zukunftsfeste Gestaltung der Rente muss das oberste Gebot sein. Alle Rentenleistungen müssen im direkten Zusammenhang zu den eingezahlten Beiträgen stehen“, forderte der vbw-Präsident und ergänzte: „Die Rente mit 63, die Mütterrente und ihre geplante Ausweitung sowie die in Aussicht gestellte Erhöhung der Ostrenten sind aus Sicht der vbw rentenpolitische Fehlentscheidungen, die nicht finanzierbar sind.“ 

Damit setzt Alfred Gaffal einen Kontrapunkt zu den rentenpolitischen Forderungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Bayern. 

Die stellvertretende bayerische DGB-Vorsitzende Verena Di Pasquale hatte unlängst mit Verweis auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes zur gestiegenen Altersarmut Rentenstabilisierungen und spätere Rentenerhöhungen gefordert. Di Pasquale nannte zwei DGB-Forderungen: „Zum einen muss die Entwertung von Lebensleistungen durch das weitere Absinken des Rentenniveaus beendet werden. Zum anderen brauchen wir existenzsichernde Löhne und gute Arbeitsbedingungen, damit die Menschen eine ordentliche Alterssicherung bei guter Gesundheit erreichen können.“

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