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Juso-Bundesvorsitzende ohne Chance auf Bundestagsmandat

Vater von Juso-Chefin legt SPD-Ämter wegen schlechtem Listenplatz seiner Tochter nieder

Montag, 19 Dezember 2016 20:57
Johanna Uekermann auf dem Juso-Bundeskongress 2015 in Bremen Johanna Uekermann auf dem Juso-Bundeskongress 2015 in Bremen Quelle: de.wikipedia.org | Subamaggus | CC BY 4.0

Nürnberg - Weil seine Tochter Johanna Uekermann bei der Aufstellung der bayerischen SPD-Landesliste zur Bundestagswahl 2017 nur auf einen aussichtslosen Platz gewählt wurde, legt der SPD-Funktionär Heinz Uekermann seine Parteiämter nieder. Johanna Uekermann ist Bundesvorsitzende der Jungsozialisten (Jusos) und stammt aus Mitterfels im Landkreis Straubing-Bogen.

Auf dem Wahlparteitag der Bayern-SPD in der Nürnberger Meistersingerhalle landete die Juso-Chefin nach zwei verlorenen Kampfkandidaturen nur auf dem chancenlosen Platz 26 der Landesliste. Fünf von sieben Bezirksvorsitzenden haben sich laut Heinz Uekermann gegen die 29-Jährige auf dem Listenplatz 22ausgesprochen, der für ein Bundestagsmandat gerade noch reichen dürfte. Bislang stellt die bayerische SPD genau 22 Bundestagsabgeordnete. Der pensionierte Lehrer macht Pfründe- und Proporzdenken im SPD-Landesverband dafür verantwortlich, dass seine Tochter keine Chance auf einen Bundestagseinzug im Jahr 2017 hat. 

Aus Protest gegen die schlechte Listenplatzierung legt Heinz Uekermann nun seine Ämter als Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Straubing, als Mitglied im Bezirksvorstand Niederbayern sowie als Ortsvorsitzender von Mitterfels nieder und bleibt nur auf ausdrücklichen Wunsch seiner Tochter SPD-Mitglied. 

Zum Spitzenkandidaten wählten die bayerischen Sozialdemokraten erneut Florian Pronold. Der 43-jährige Niederbayer, der seit 2009 Landeschef und seit 2013 Staatssekretär im Bundesbauministerium ist, erhielt 89,3 Prozent der Stimmen. Auf den zweiten Platz der Landesliste wurde Anette Kramme gewählt. Die Bayreutherin ist Staatssekretärin im Bundesarbeitsministerium. Auf Platz drei kandidiert SPD-Landesgruppenchef Martin Burkert aus Nürnberg für den Bundestag.

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