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Nebeneinander von acht- und neunjährigem Gymnasium in der Kritik

Umfrage im Auftrag der SPD-Landtagsfraktion: Mehrheit der Bayern will neunstufiges Gymnasium

Montag, 08 August 2016 16:42
Umfrage im Auftrag der SPD-Landtagsfraktion: Mehrheit der Bayern will neunstufiges Gymnasium Bildquelle: PIXABAY.COM

München - Laut einer repräsentativen Umfrage des Münchner Umfrageinstituts RIM im Auftrag der SPD-Landtagsfraktion ist der Zuspruch für die verkürzte Gymnasialzeit von acht Jahren in Bayern weiter gesunken. Demnach befürworten nur noch sieben Prozent der Befragten das achtstufige Gymnasium (G8). 37 Prozent bevorzugen das neunstufige Gymnasium (G9), und 21 Prozent finden die Wahlmöglichkeit zwischen G8 und G9 am besten. Unter Befragten mit Abitur findet das G9-Modell mit 55 Prozent übrigens den meisten Anklang.

SPD-Landtagsfraktionschef Markus Rinderspacher sieht nach der ausgebliebenen Richtungsentscheidung der bayerischen Staatsregierung zwischen einem acht- und neunstufigen Gymnasium weiteren Diskussionsbedarf.

Die CSU-Staatsregierung hatte jüngst angekündigt, dass künftig jedes bayerische Gymnasium selbst entscheiden soll, ob es die Schüler in acht oder neun Jahren zum Abitur führt oder sogar beide Varianten unter einem Schuldach anbietet.

Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) teilte mit, dass Gymnasiasten nach sechs Jahren die Mittlere Reife haben sollen und es an den G9-Schulen vor dem Eintritt in die zweijährige Oberstufe ein zusätzliches Schuljahr geben wird. Für G8 und G9 solle der gleiche Lehrplan gelten, der Stoff aber unterschiedlich verteilt werden.

Dieses Nebeneinander von G8 und G9 wird von Verbänden, Bildungsexperten und Eltern kritisiert.

Markus Rinderspacher sagte: „Das angestrebte Systemdurcheinander am Gymnasium schafft viele Probleme. Der Parallelbetrieb von G8, G9 und Mischvariante stellt Schulen und Kommunen vor viele ungelöste Fragen. In diesem System werden am Ende limitierende Machbarkeitsfaktoren ausschlaggebend sein und nicht pädagogische Chancen.“ Der SPD-Fraktionschef ist überzeugt: „Die Familien, die Schulen selbst und die Kommunen könnten mit einer klaren Entscheidung für das Gymnasium G 9 am besten leben.“

Bestätigt kann sich Rinderspacher nicht nur von der RIM-Umfrage fühlen. Vor wenigen Wochen kam auch das Meinungsforschungsinstitut GMS im Auftrag von Sat.1 Bayern zu dem Ergebnis, dass die übergroße Mehrheit der Bayern für eine Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium eintritt. 59 Prozent der Befragten sprachen sich für das neunjährige Gymnasium und nur 34 Prozent für die Beibehaltung des achtjährigen Gymnasiums aus.

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