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Fußball-Manager war 21 Monate in Haft und 14 davon im offenen Vollzug

Uli Hoeneß will nach vorzeitiger Haftentlassung wieder Präsident des FC Bayern München werden

Dienstag, 09 August 2016 20:51
Uli Hoeneß will nach vorzeitiger Haftentlassung wieder Präsident des FC Bayern München werden Bildquelle: PIXABAY.COM

München - Wie der FC Bayern München in einer knappen Presseerklärung mitteilte, wird der Fußball-Manager Uli Hoeneß erneut für das Präsidentenamt des Vereins kandidieren. Die Präsidiumswahl findet im Rahmen der nächsten Jahreshauptversammlung im November 2016 durch die anwesenden wahlberechtigten Vereinsmitglieder statt.

Karl Hopfner, der das Präsidentenamt des FC Bayern seit dem 2. Mai 2014 als Nachfolger des wegen Steuerhinterziehung verurteilten Uli Hoeneß innehatte, steht nicht mehr für ein Amt im Präsidium zur Verfügung.

Damit ist der Weg für die einvernehmliche Wiederwahl des 64-Jährigen zum Präsidenten des deutschen Fußball-Rekordmeisters frei. Offen ist bislang noch, ob Hoeneß dann auch wieder Aufsichtsratsvorsitzender wird. Bislang leitete der Vereinspräsident immer auch das Kontrollgremium der Profi-Abteilung.

Die Rückkehr des Managers an die Vereinsspitze kommt nicht überraschend. Bei den Meisterfeierlichkeiten im Mai in der Allianz Arena und im Münchner Rathaus war Hoeneß nicht nur anwesend, sondern trat so auf, als sei er schon wieder in seinen alten Ämtern.

Nachdem Hoeneß erlaubt worden war, den größten Teil seiner Haftstrafe im offenen Vollzug zu verbringen, hatte der Freigänger Anfang 2015 zudem eine Tätigkeit in der Jugendabteilung seines Fußballclubs aufgenommen.

Mitte März 2014 verurteilte das Landgericht München Uli Hoeneß wegen siebenfacher Steuerhinterziehung zu drei Jahren und sechs Monaten Haft. Der Verurteilte hatte den deutschen Steuerbehörden auf einem Schweizer Geheimkonto mindestens 28,5 Millionen Euro Steuern vorenthalten. Mit einer Selbstanzeige im Januar 2013 wollte sich Hoeneß wieder reinwaschen, was vom Gericht jedoch als unzureichend angesehen wurde.

Im November 2015 stellte der frühere Bayern-Präsident einen Antrag auf Haftverkürzung, dem das Landgericht Augsburg stattgab. Am 29. Februar dieses Jahres wurde er vorzeitig aus der Haft entlassen.

Damit kam Hoeneß schon nach 21 Monaten Haft frei, von denen er 14 Monate im offenen Vollzug verbrachte. Gewöhnlich werden Haftstrafen selbst bei guter Führung frühestens nach zwei Dritteln der Haftzeit zur Bewährung ausgesetzt. Somit hätte Hoeneß eigentlich mindestens zwei Jahre und vier Monate seiner Strafe absitzen müssen.

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