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Bundesländer haben seit dem Jahr 2015 mehr als 1.000 Fälle gezählt

Starke Zunahme von Kinderehen durch Massenzuzug muslimischer Asylbewerber

Montag, 15 August 2016 16:46

Berlin - Der Asylantenzustrom aus der muslimischen Welt hat in Deutschland die Zahl der nach Scharia-Recht verheirateten Minderjährigen deutlich ansteigen lassen. Nach Recherchen der „Welt am Sonntag“ haben die Bundesländer seit 2015 mehr als 1.000 Kinderehen gezählt, wobei die Dunkelziffer nicht erfasster Eheschließungen unter Kindern deutlich höher liegt.

Viele der minderjährigen Verheirateten kämen als Asylbewerber ins Land und seien bereits in ihren Heimatländern nach islamischem Recht getraut worden. Etliche Kinderehen würden aber auch erst in Deutschland geschlossen. Das geschehe nicht nur unter Muslimen, sondern entspreche auch der Tradition eingewanderter Roma-Familien, so das Blatt.

Für Empörung hatte unlängst das Oberlandesgericht Bamberg (OLG) gesorgt, das eine Entscheidung des Familiengerichts Aschaffenburg aufhob und entschied, dass eine Kinderehe unter syrischen Asylbewerbern rechtskräftig sei.

Das Aschaffenburger Jugendamt hatte die Ehe zwischen einem 15-jährigen syrischen Mädchen und einem 21-jährigen Landsmann – beide sind auch noch Cousine und Cousin – nicht anerkannt. Das Amt trennte das Mädchen von ihrem Gatten und übernahm die Vormundschaft. Wegen des Protestes des Ehemanns kam es zu einer Verhandlung vor dem Familiengericht.

Dieses entschied dann, dass nicht der Schutz einer nach islamischem Recht geschlossenen Ehe Vorrang habe, sondern das deutsche Gesetz zum Schutz Minderjähriger.

Das Oberlandesgericht Bamberg kassierte diesen Beschluss, weil die Kinderehe in Syrien ausweislich eines Zivilregisterauszugs und einer Bestätigung des Scharia-Gerichts rechtskräftig geschlossen worden sei.

Diese Rechtsprechung, wonach islamische Kinderehen hierzulande anerkannt werden, wenn die Verheiratung Minderjähriger im Herkunftsland legal vollzogen wurde, wird vom Deutschen Kinderschutzbund massiv kritisiert. Er fordert vom Gesetzgeber ein striktes Mindestheiratsalter von 18 Jahren und die Abschaffung aller Ausnahmeregelungen.

Präsident Heinz Hilgers sagt: „Zudem muss das Strafrecht so geändert werden, dass auch Ehen, die durch eine religiöse oder soziale Zeremonie und nicht vor einem Standesamt geschlossen werden, als Zwangsverheiratung und damit als Straftatbestand erfasst werden können, der mit bis zu fünf Jahren Haft belegt ist.“

Das Kinderhilfswerk Unicef mahnt nun landesweit einheitliche Rechtsstandards für den Kinderschutz in Asylunterkünften an.

Rainer Wendt, Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft, lehnt den Begriff „Kinderehe“ übrigens als verharmlosend ab: „Es sind keine Ehemänner, sondern oft Kinderschänder, die bestraft werden müssen.“

Bayerns Justizminister Winfried Bausback (CSU) stellt klar: „Wir brauchen ein klares Nein unserer Rechtsordnung zu Kinderehen mit unter 16-jährigen Mädchen.“

Unter dem Druck der öffentlichen Meinung hat Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) die Einrichtung einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe angekündigt, die sich ab dem 5. September 2016 mit dem Thema befassen soll.

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