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KiVa-Programm sorgt für Rückgang der Mobbing-Vorfälle

SPD-Fraktionsvizin Margit Wild empfiehlt finnisches Programm gegen Mobbing an Schulen

Montag, 19 Juni 2017 21:53
Margit Wild - Stellvertretende Vorsitzende der BayernSPD-Landtagsfraktion Margit Wild - Stellvertretende Vorsitzende der BayernSPD-Landtagsfraktion Quelle: BayernSPD Landtagsfraktion

München - Im Schuljahr 2014/2015 wurden an den neun staatlichen Schulberatungsstellen in Bayern etwa tausend Mobbing-Fälle registriert. Nach Einschätzung von Experten ist das aber nur die Spitze eines Eisberges. Wenn man die Zahlen der aktuellen PISA-Studie auf den Freistaat herunterrechnet, könnten es fast 20.000 Kinder mit Mobbing-Erfahrung sein.

Angesichts des Massenphänomens Mobbing will die SPD-Fraktion im Bayerischen Landtag das Thema stärker an den Schulen behandeln lassen. Der neuesten PISA-Studie zufolge wird jeder sechste Neuntklässler mehrmals im Monat gemobbt. Nach dem Vorbild des finnischen KiVa-Programms will die SPD Lehrer, Schüler und Eltern für das Problem sensibilisieren und handlungsfähiger machen. Einen entsprechenden Antrag hat die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Margit Wild in den Landtag eingebracht, der in dieser Woche im Bildungsausschuss behandelt wird.

Bislang werde in bayerischen Schulen nur sehr vereinzelt auf Mobbing eingegangen, moniert Wild. „Wir brauchen ein die gesamte Schule umfassendes Konzept. Alle Schülerinnen und Schüler müssen mehrfach in ihrer Schulzeit intensiv auf dieses Thema vorbereitet werden“, fordert die SPD-Politikerin. In Finnland zeige das KiVa-Programm gute Erfolge: In teilnehmenden Schulen sei die Zahl der Mobbing-Vorfälle einer wissenschaftlichen Auswertung zufolge um 30 Prozent gesunken.

Im Mittelpunkt des finnischen Ansatzes stehen vor allem die Kinder, die weder Täter noch Opfer sind, sondern bislang unbeteiligt zuschauen. Die Regensburger Landtagsabgeordnete zeigt sich zuversichtlich, dass man immer mehr Kinder dazu bewegen könne, sich auf die Seite des Opfers zu stellen. „Dafür brauchen die Kinder Anleitung und Training. Mobbing erkennen, die schlimmen Folgen wahrnehmen und dann handeln, das ist der erfolgreiche Ansatz. Wir brauchen eine Kultur des aktiven Eingreifens statt Wegsehens.“

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