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Ermittlungen wegen vorsätzlicher Körperverletzung und illegaler Bildaufnahmen

SPD-Abgeordneter Linus Förster soll Prostituierte nach Streit um Sex-Film geschlagen haben

Freitag, 18 November 2016 19:39
Dr. Linus Förster, MdL Dr. Linus Förster, MdL Bildquelle: Dr. Linus Förster

Augsburg/München - Am Mittwoch wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft Augsburg gegen den bayerischen SPD-Landtagsabgeordneten Linus Förster wegen vorsätzlicher Körperverletzung und illegaler Bildaufnahmen – konkret: der „Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen“ – ermittelt.

Am Dienstag stellten die Ermittler bei einer Durchsuchung der Wohn- und Büroräume des Politikers in Augsburg und München Computerdaten sicher, die jetzt ausgewertet werden.

Der 51-Jährige sitzt für die SPD seit 2003 im Bayerischen Landtag, ist jugendpolitischer Sprecher seiner Fraktion, stellvertretender Vorsitzender des Europaausschusses und überdies Vorsitzender des SPD-Bezirks Schwaben.

Förster erklärte zu dem Vorfall: „Es ist eine private Angelegenheit, die nichts mit politischen Dingen zu tun hat.“ Genauer wollte er sich zu den Vorwürfen bisher nicht äußern und verwies nur darauf, dass die vorliegende Strafanzeige im Zusammenhang mit der Beziehung zu einer Frau stehe.

Welcher Art diese Beziehung war, kommt jetzt langsam ans Licht. Nach „Bild“-Informationen hat der Abgeordnete Anfang September im Bett einer Prostituierten heimlich die Handy-Kamera mitlaufen lassen. Als die Frau bemerkte, dass sie bei den sexuellen Handlungen gefilmt wurde, soll sie von Förster die sofortige Löschung der Aufnahmen verlangt haben. Nach einer verbalen Eskalation des Streits soll der SPD-Politiker die Prostituierte dann geschlagen haben.

SPD-Vertreter äußerten ihr Unverständnis darüber, dass sich ein so exponierter Politiker durch Handgreiflichkeiten und rechtswidrige Filmaufnahmen im Rotlichtmilieu um seine Reputation bringt. Augsburgs SPD-Chefin, die Bundestagsabgeordnete Ulrike Bahr, sprach von einer „hochsensiblen Angelegenheit“, die für alle Beteiligten „existenzbedrohend“ sein könnte.

Förster erklärte inzwischen, seine politischen Führungsämter bis zum Abschluss der Ermittlungen ruhen zu lassen. Das Landtagsmandat will er in jedem Fall behalten.

Eine für diesen Freitag im Rahmen des bundesweiten Vorlesetages an der Albert-Einstein-Mittelschule in Augsburg-Haunstetten geplante Lesung mit Förster wurde abgesagt.

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