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Thüringer müsste in den Bundestag wechseln

Richtungskampf in der AfD: Ehemaliger Flügel um Björn Höcke sieht seine Chancen schwinden

Samstag, 26 September 2020 16:16
Richtungskampf in der AfD: Ehemaliger Flügel um Björn Höcke sieht seine Chancen schwinden Quelle: BAYERN DEPESCHE

Berlin - Wie Recherchen der BAYERN DEPESCHE am Wochenende ergeben haben, tobt der Machtkampf in der AfD zwischen Angehörigen des ehemaligen „Flügels“ derzeit ungeschmälert, auch im Landesverband Bayern.

Lautstark wird die Abwahl und Absetzung von „Spaltern“, „Verrätern“ und „Zersetzern“ gefordert, wobei sich ein Großteil des Zorns auf Bundessprecher Jörg Meuthen (Jahrgang 1961) bezieht. Jedoch auch andere tatsächliche oder angebliche Unterstützer geraten zunehmend ins Fadenkreuz der Rechtsnationalen.

Provokation und Auslotung der eigenen Kräfte und Möglichkeiten scheint hier derzeit das Mittel der Wahl zu sein. Jedoch auch das ehemalige Zentrum des Flügels, der Thüringer Landesvorsitzende Björn Höcke, gerät zunehmend selbst in die Kritik, nachdem ehemalige enge Mitstreiter wie André Poggenburg, Andreas Kalbitz, Doris von Sayn-Wittgenstein und Wolfgang Gedeon inzwischen die Partei verlassen haben oder ausgeschlossen wurden. Björn Höcke wird in diesem Zusammenhang vorgeworfen, insgesamt zu passiv zu agieren und dem weiteren Schwinden des deutschnationalen Lagers tatenlos zuzusehen.

An anderer Stelle wird jedoch auch darauf verwiesen, dass die Möglichkeiten Höckes letztlich begrenzt seien, da er an vielen parteiinternen Stellen nicht die erforderlichen Mehrheiten mobilisieren könne. Auch das knappe Obsiegen des ehemaligen „Flügel-Anhängers“ Jens Kestners im Kampf gegen seine Gegenkandidatin Dana Guth um den Landesvorsitz in Niedersachsen würde an der Gesamtentwicklung in der Partei nichts ändern, auch in Niedersachsen sei das letzte Wort noch nicht gesprochen.

Wie BAYERN DEPESCHE nun aus zuverlässigen Quellen erfahren hat, sehen immer mehr Deutschnationale ihre Chancen eines Obsiegens im parteiinternen Machtkampf massiv schwinden. Dennoch wird eine Kapitulation vor dem „Feind“, wie man sich in entsprechenden Kreisen auszudrücken pflegt, noch nicht in Erwägung gezogen. Die Situation bleibt also spannend und gleichzeitig angespannt.

Das bürgerliche Lager kann sich jedoch zunehmend und berechtigt Hoffnung machen, die AfD als weitere demokratische Alternative im Parteienspektrum auf Dauer und erfolgreich verankern zu können.

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