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DGB Bayern veröffentlicht „Rentenreport Bayern 2016“

Renteneintritt 2015: Mehr als Hälfte der Frauen hat weniger als 600 Euro Altersrente pro Monat

Dienstag, 15 November 2016 15:55
Renteneintritt 2015: Mehr als Hälfte der Frauen hat weniger als 600 Euro Altersrente pro Monat Renteneintritt 2015: Mehr als Hälfte der Frauen hat weniger als 600 Euro Altersrente pro Monat

München - Am 14. November hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) den „Rentenreport Bayern 2016“ veröffentlicht, für den er die aktuellen Zahlen der Deutschen Rentenversicherung auswertete. Demnach erhalten mehr als drei Viertel aller Frauen und etwa ein Drittel der Männer, die 2015 in Bayern in Rente gingen, eine gesetzliche Altersrente unterhalb der Armutsgefährdungsschwelle von aktuell 1.025 Euro. Mehr als die Hälfte der Frauen und fast ein Viertel der Männer müssen sogar mit weniger als 600 Euro Altersrente auskommen.

Der neue Rentenreport des DGB Bayern zeigt, dass auch im wohlhabenden Freistaat für viele Menschen die Rente nicht reicht, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Matthias Jena, Vorsitzender des DGB Bayern, fordert deshalb einen klaren Kurswechsel in der Rentenpolitik: „Um Altersarmut zu vermeiden, muss der Sinkflug der Renten gestoppt, das Niveau der gesetzlichen Rente stabilisiert und langfristig deutlich erhöht werden. Rente muss für ein Leben in Würde reichen.“ 

Das Niveau der gesetzlichen Rente sinkt seit Jahrzehnten: Lag es im Jahr 2000 noch bei knapp 53 Prozent, sind es aktuell lediglich 47,9 Prozent. 

Männer, die 2015 in Bayern in Rente gegangen sind, bekommen eine gesetzliche Durchschnittsrente von 1.049 Euro im Monat. Sie müssen durchschnittlich mit knapp 30 Euro weniger auskommen als Männer, die vor 2015 in Rente gingen. Bei Frauen fällt die durchschnittliche gesetzliche Rente noch geringer aus. Sie erhalten im Schnitt rund 40 Prozent weniger als Männer und kommen auf eine Durchschnittsrente von nur 616 Euro. 

Verena Di Pasquale, stellvertretende Vorsitzende des DGB Bayern, warnt: „Wenn wir jetzt nicht gegensteuern, werden in Zukunft noch weitaus mehr Menschen nicht von ihrer Rente leben können. Wenn jetzt nichts passiert, wird Altersarmut auch im reichen Freistaat Bayern künftig zum Massenphänomen.“ 

Dem DGB-Report zufolge gibt es bei der Rente erhebliche regionale Unterschiede in Bayern. 

Die höchsten gesetzlichen Durchschnittsrenten für im Jahr 2015 in Rente gegangene Männer gibt es im Landkreis Erlangen-Höchstadt mit 1.284 Euro, gefolgt von denen im Landkreis Eichstätt mit 1.220 Euro. Schlusslicht ist die Stadt Landshut mit gesetzlichen Durchschnittsrenten für Männer von nur 724 Euro. Frauen bekommen die höchste durchschnittliche Rente in der Landeshauptstadt München mit 763 Euro, gefolgt vom Landkreis München mit 738 Euro. Auf dem letzten Platz liegt der Landkreis Cham mit nur 462 Euro. 

„Die Staatsregierung muss endlich ihrer in der Bayerischen Verfassung verankerten Aufgabe nachkommen und gleichwertige Lebensverhältnisse und Arbeitsbedingungen in ganz Bayern fördern und sichern. Das wirkt dann auch dem regionalen Rentengefälle entgegen“, so Bayerns DGB-Chef Jena.

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