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GfK-Umfragewerte schon lange vor jüngsten Asylbewerber-Anschlägen ermittelt

Rekordwert: 83 Prozent aller Deutschen bereitet die Massenzuwanderung Kopfzerbrechen

Dienstag, 26 Juli 2016 19:35
Rekordwert: 83 Prozent aller Deutschen bereitet die Massenzuwanderung Kopfzerbrechen Bildquelle: PIXABAY.COM

Nürnberg - Kein gesellschaftliches Thema treibt die Deutschen mehr um als die Massenzuwanderung und die daraus folgenden Integrationsprobleme. Nach einer repräsentativen Umfrage des GfK Vereins in Nürnberg bereitet der unkontrollierte Flüchtlingszustrom 83 Prozent der Deutschen Kopfzerbrechen. Im Jahr 2015 benannten nur 35 Prozent der Befragten die Zuwanderung als größtes Gesellschaftsproblem.

So viele Sorgen vor Zuwanderung wie in Deutschland gibt es in keinem anderen der 23 Teilnehmer-Länder der Studie. Aber auch dort wird die Massenzuwanderung als drängendes Problem gesehen, so in Österreich (66 Prozent), Schweden und der Schweiz (je 50 Prozent).

Raimund Wildner, Geschäftsführer des GfK Vereins, sagte: „Jeder Siebte, der dieses Problem nennt, möchte es im Sinne einer positiven Integration lösen. Und jeder Fünfte spricht sich gegen jede weitere Zuwanderung aus.“ Mit Blick auf die Entwicklung der letzten 25 Jahre betonte Wildner: „Zwar ist die Zahl der Integrationsbefürworter gestiegen. Aber: Die Ablehner einer weiteren Zuwanderung haben noch viel mehr zugenommen.“

Für dieses zuwanderungskritische Meinungsbild spielen die jüngsten Attentate von Asylbewerbern in Würzburg, Reutlingen und Ansbach noch gar keine Rolle, da für die Studie „Challenges of Nations“ des GfK Vereins bereits im Februar und März 2016 insgesamt 2.104 Menschen in Deutschland befragt wurden.

Die Bundesregierung gerät angesichts der jüngsten Gewalttaten durch Asylbewerber immer mehr unter Handlungsdruck und muss sich aus den eigenen Reihen und selbst von der linken Opposition ein Scheitern ihrer „Wir schaffen das“-Philosophie vorwerfen lassen.

So mahnte der CSU-Bundestagsabgeordnete Florian Hahn schonungslosen Realismus an: „Ich hatte nicht die Illusion, dass die Menschen ihre Traumata und Konflikte in den Herkunftsländern zurückgelassen haben.“ Der Anschlag von Ansbach sei „ein Grund mehr zu sagen, wir sind nicht in der Lage, Hunderttausende Menschen pro Jahr zu uns zu holen“.

Auch Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht erklärte überraschenderweise: „Die Ereignisse der letzten Tage zeigen, dass die Aufnahme und Integration einer großen Zahl von Flüchtlingen und Zuwanderern mit erheblichen Problemen verbunden und schwieriger ist, als Merkels leichtfertiges ‚Wir schaffen das‘ uns im letzten Herbst einreden wollte.“ Der Staat müsse jetzt alles dafür tun, dass sich die Menschen im Land wieder sicher fühlen könnten.

Mit diesen Wagenknecht-Aussagen ist ein heftiger Streit in der dezidiert zuwanderungsfreundlichen Linken vorprogrammiert. Fraktionsvize Jan van Aken forderte schon fast Wagenknechts Rücktritt: „Wer Merkel von rechts kritisiert, kann nicht Vorsitzender einer Linksfraktion sein.“

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