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Sorge bereiten auch die Cyber-Aktivitäten ausländischer Geheimdienste

Pro Tag 40.000 Hacker-Angriffe auf bayerische Behörden

Mittwoch, 05 Juli 2017 18:02
Pro Tag 40.000 Hacker-Angriffe auf bayerische Behörden Bildquelle: PIXABAY.COM

München - Täglich werden etwa 40.000 Hacker-Angriffe auf die Computersysteme bayerischer Behörden verübt. Durchschnittlich sind pro Tag vier Cyber-Attacken erfolgreich – das sind knapp 1.500 Fälle jährlich. Kein einziger Täter konnte ermittelt werden, wie das bayerische Innenministerium auf eine Anfrage des SPD-Landtagsabgeordneten Klaus Adelt einräumte.

Große Sorgen bereiten dem Innenpolitiker die zunehmenden Cyber-Aktivitäten ausländischer Geheimdienste. Beim vor genau vier Jahren eingerichteten Cyber-Allianz-Zentrum (CAZ) des Landesamtes für Verfassungsschutz wurden 137 Angriffe auf bayerische Unternehmen registriert, bei denen ein „nachrichtendienstlicher Hintergrund“ vermutet wird. Die Angreifer verortet man in Russland, China und dem Iran.

Die Dunkelziffer solcher Attacken ist Klaus Adelt zufolge beträchtlich. Von 2013 bis einschließlich 2016 wurden dem CAZ nur 199 Hacker-Angriffe gemeldet. „Viele Unternehmen scheuen offenbar die öffentliche Anzeige aus Angst vor einem Reputationsverlust und negativen Auswirkungen auf ihr Geschäft. Wenn man sich die Zahl der Angriffe auf Behörden anschaut, dürften es mindestens genauso viele bei Unternehmen sein“, sagt der Sozialdemokrat.

Der Landtagsabgeordnete sieht die Staatsregierung in der Pflicht, den High-Tech-Wirtschaftsstandort Bayern besser vor Industriespionage, ausländischen Nachrichtendiensten und gewöhnlichen Cyber-Kriminellen zu schützen.

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