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Gastkommentar von Miriam Hanke

Pleitewelle bringt mehr Opfer als Coronavirus

Donnerstag, 23 April 2020 00:24
Pleitewelle bringt mehr Opfer als Coronavirus Quelle: Pixabay.com | Antranias

Mir geht es wohl wie so manchem, tagein-tagaus quäle ich mein Smartphone auf der Suche nach den neuesten Corona-Opferzahlen.

Dabei sind das schon lange nicht mehr die schlimmsten Nachrichten, die uns tagtäglich erreichen.

Anfänglich waren sich unsere Politiker sicher, dass wir mit unserer stabilen und ökonomisch- nachhaltigen Art zu wirtschaften wohl nicht lange brauchen würden bis wir wieder Obenauf sind.

Man sprach von einer sogenannten „V-Kurve“ und meinte damit die Parabel, wie die Wirtschaft durch Corona eingesackt ist und sich ganz schnell wieder erholt, nachdem alles vorbei ist.

Das ist jetzt ungefähr vier Wochen her und daran glaubt nicht einmal mehr unser Wirtschaftsminister. Bisher wurde an Versprechungen seitens der Politik quasi nichts ausgelassen, selbst auf eine Erhöhung der Diäten im Bundestag soll wohl verzichtet werden in diesem Jahr!

Nun zur Wirklichkeit! Mein Chef hat vor fünf Wochen Kurzarbeitergeld für unsere Firma beantragt (er war sicher einer der Ersten) – bekommen hat er noch keinen Cent!
Die Prämien, die systemrelevante Berufe bekommen sollten, stehen auf der Kippe! Warum? Keiner weiß woher das Geld kommen soll!

Ideen, mit denen die Bürger finanziell entlastet werden könnten, gibt es genug, aber woher soll das Geld kommen? Aus dem Staatssäckel? Wohl kaum!

Auch wenn wir seit gefühlten Jahrzehnten eine „Schwarze Null“ hatten, so weiß doch jedes Kind, ein „Sparschwein“ ist kein „Goldesel“ und ist irgendwann einmal leer.
Geld ausgeben und gleichzeitig Steuern senken führen schlussendlich zu einem wirtschaftlichen Desaster. Es wird also höchste Zeit sich mit der Realität zu befassen.

Es gibt nicht wenige Leute und hier meine ich vor allen Dingen Unternehmer, die noch an der letzten Krise (2008) zu knabbern haben. Seit dem lohnte es sich nicht Geld zu sparen, sprich für seine Rente vorzusorgen! Wovon sollen wir also in Zukunft leben?
Ich persönlich kenne mich ein wenig aus mit dieser Problematik. Ich musste schon vor 18 Jahren das erste Mal die Eidesstattliche Versicherung wegen Zahlungsunfähigkeit beim Gerichtsvollzieher abgeben. Ich hatte für meinen Ehemann (Inhaber eines Gasthofes) gebürgt. Also, wenn man die Tatsache vernachlässigt, dass mich die Bank zu dieser Bürgschaft gedrängt hatte, bin ich unverschuldet in diese Situation geraten.
Eine „unverschuldete“ Pleitewelle rollt jetzt auf uns zu! Unternehmer, die es gewohnt sind eigenständige Entscheidungen zu treffen, die unseren Mittelstand in Deutschland bisher prägten, die zum Großteil unseren Wohlstand erst herbei geführt haben, werden zu Bittstellern zu Hartz IV – Empfängern! Kann das von der Politik gewollt sein?

Deshalb schlage ich eine Reform des Insolvenzrechts in Deutschland vor. Ein sogenannter „Schuldenschnitt“ für alle Bürger. Ein Reset auf Null – und wir fangen alle noch einmal von vorn.

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