bayern-depesche.de

Freigegeben in Politik

Reaktion auf Ausladung der AfD vom Katholikentag in Leipzig

Petr Bystron (AfD) wirft Kirchen Geschäftemacherei mit der Asylkrise vor

Freitag, 27 Mai 2016 14:34
Petr Bystron ist Landesvorsitzender der AfD in Bayern Petr Bystron ist Landesvorsitzender der AfD in Bayern Quelle: Bayern-AfD

Leipzig/München – Der bayerische Landesvorsitzende der Alternative für Deutschland (AfD), Petr Bystron, hat zum Rundumschlag gegen die katholische und evangelische Kirche in Deutschland ausgeholt. Der AfD-Politiker warf den beiden Kirchen in einer Erklärung vor, „unter dem Deckmantel der Nächstenliebe“ ein Milliardengeschäft mit der Asylkrise zu machen.

Die institutionellen christlichen Glaubensgemeinschaften hätten ein kommerzielles Interesse an weiterer Zuwanderung. „Die vordergründig propagierte Flüchtlingsfreundlichkeit finanziert zugleich eine gigantische Wohlfahrtsindustrie unter dem organisatorischen Dach der Kirchen“, so Bystron, der hierbei insbesondere die Caritas und die Diakonie hervorhob.

Der bayerische AfD-Landeschef weiter: „Kirchliche Organisationen und Unterorganisationen nutzten zur Gewinnmaximierung oft die Hilfsbereitschaft unbezahlter Ehrenamtlicher über Monate aus, während sie Kommunen, Land und Bund für Aufbau und Betrieb von Flüchtlingsunterkünften saftige Rechnungen schreiben.“ Außerdem verlangte ein „Ende der Kirchensubventionierung durch Steuergelder“.

Bystrons Kirchenschelte ist eine Reaktion auf die Ausladung der AfD von Diskussionsveranstaltungen auf dem 100. Deutschen Katholikentag in Leipzig, der am vergangenen Mittwoch seine Pforten öffnete. Organisiert wird das Treffen, an dem mehrere Zehntausend Gläubige aus dem gesamten Bundesgebiet teilnehmen, vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK).

ZdK-Präsident Thomas Sternberg sagte zur Absage an die AfD, es sei unchristlich, Menschen auf ihre nationale Zugehörigkeit zu reduzieren. Im AfD-Parteiprogramm finde man „Ressentiments an jeder Ecke“, doch „menschenverachtende Positionen“ hätten auf dem Katholikentag keinen Platz. Mit ihren Vorstellungen bedrohe die AfD die deutschen Katholiken nicht weniger als die islamischen Glaubensgemeinschaften. Die AfD lege, so Sternberg, „die Axt an die Wurzel“ einer religionsfreundlichen Ordnung.

Zuvor hatte bereits der AfD-Bundesvize und Partei- und Fraktionschef in Brandenburg, Alexander Gauland, Kritik an den Kirchen geübt. Diese wiesen eine mangelnde Distanz zur Bundesregierung auf. „Wenn diese Flüchtlingspolitik das Programm der Kirchen ist – dann gebe ich offen zu: Ich bekämpfe das Programm der Kirchen“, so Gauland in der Beilage „Christ & Welt“ der Wochenzeitung „Die Zeit“.

Gleichzeitig betonte Gauland: „Wir sind keine christliche Partei. Wir sind eine deutsche Partei, die sich bemüht, deutsche Interessen wahrzunehmen“. Dies bedeute, die „kulturelle Tradition“ und das „Abendland“ gegen „raumfremde Einwanderung“ aus muslimischen Ländern zu verteidigen. „Mit dem Sieg über die Türken vor Wien 1683 haben wir eine klare Trennung zwischen dem Abendland und den osmanisch-muslimisch besetzten Territorien bekommen“, so der stellvertretende AfD-Bundesvorsitzende, der Mitglied der evangelischen Kirche ist.

Unterdessen übte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) Kritik an der Entscheidung des ZdK, Politiker der AfD von Diskussionsrunden auf dem Katholikentag auszuschließen. Man müsse man auch mit der AfD reden und streiten. „Problematisches Gedankengut muss man als solches entlarven, im Gespräch und auch auf offener Bühne“, so Monika Grütters, die die deutschen Katholiken zugleich aufrief zu zeigen, „dass eine Gesellschaft, die sich ihrer Wurzeln und ihrer Identität sicher ist, auch dem Anderen, dem Fremden Raum geben kann, ohne sich bedroht zu fühlen“.

Artikel bewerten
(14 Stimmen)
Bitte anmelden, um einen Kommentar zu posten