bayern-depesche.de

Freigegeben in Politik

Griechische Regierung hat bei deutscher Botschaft „intensiv protestiert“

Peter Ramsauer (CSU) bestreitet, rempelnden Fotografen „dreckigen Griechen“ genannt zu haben

Montag, 04 Juli 2016 13:17
Peter Ramsauer Peter Ramsauer Quelle: peter-ramsauer.de | Pressefoto

Athen/München - In Griechenland schlagen die Empörungswellen hoch, nachdem ein griechischer Fotograf den ehemaligen Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) beschuldigt hat, ihn einen „dreckigen Griechen“ genannt zu haben.

Der Vorfall soll sich während des Treffens einer Delegation unter Leitung von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) mit dem griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras in der Athener Villa Maximos ereignet haben.

Im dichten Gedränge von Fotografen, Kameraleuten und Delegationsmitgliedern kam es zu einer Rangelei zwischen Ramsauer und dem Fotografen Oresti P., dem ein Wortwechsel folgte. Ramsauer soll dann zuerst auf Deutsch und dann auf Englisch gesagt haben: „Fass‘ mich nicht an, du dreckiger Grieche.“

Der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses im Bundestag bestreitet die Beleidigung, räumt aber ein, von dem Mann rüde angerempelt worden zu sein.

Auf seiner Facebook-Seite schrieb Peter Ramsauer: „Ich verwahre mich in aller Form gegen diese Beschimpfungen. Die Behauptung, ich hätte in Athen einen griechischen Fotografen gerempelt oder beleidigt, ist falsch. Ich dementiere dies hiermit in aller Form. Ich bestreite auch ausdrücklich, dass ich jemanden beschimpft hätte mit den Worten wie ‚dreckiger Grieche‘, ‚filthy Greek‘ oder Ähnliches.“ Zum Verhalten des Fotografen stellte der ehemalige Bundesminister klar: „Richtig ist allerdings, dass ich in einem Gedränge von einem drängenden Fotografen (der sich später offensichtlich als Grieche erwies) mit einem kräftigen Rippenhaken gestoßen wurde.“

In den griechischen Medien ist die Empörung über die angebliche rassistische Beleidigung des Fotografen groß und man erinnert daran, dass Ramsauer zu der überschaubaren Zahl von Unionsabgeordneten gehörte, die die „Hilfspakete“ für Griechenland im Bundestag abgelehnt hatten.

Die griechische Regierungssprecherin Olga Gerovasili teilte mit, dass man bei der deutschen Botschaft „intensiv protestiert“ habe und sich diese nun um die Aufklärung des Vorfalls bemühe.

Delegationsleiter Sigmar Gabriel stärkte Ramsauer inzwischen den Rücken und erklärte: „Ich kann es mir nicht vorstellen und habe keinen Grund, an den Worten von Peter Ramsauer zu zweifeln.“ Er selbst habe den Vorfall nicht mitbekommen. „Erst hinterher hat mir der Botschafter erzählt, dass es ein solches Gerücht gibt“, sagte der deutsche Vize-Kanzler.

Artikel bewerten
(10 Stimmen)
Bitte anmelden, um einen Kommentar zu posten