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Florian Pronold will Vorsitz der Bayern-SPD an Natascha Kohnen abgeben

Personaldecke der bayerischen Sozialdemokraten wird immer dünner

Dienstag, 07 Februar 2017 02:05
Die bisherige Generalsekretärin der bayerischen SPD, Natascha Kohnen, soll den Parteivorsitz übernehmen Die bisherige Generalsekretärin der bayerischen SPD, Natascha Kohnen, soll den Parteivorsitz übernehmen

München - Die Personaldecke der wenig erfolgsverwöhnten Bayern-SPD war schon immer dünn. In jüngster Zeit nahm die Zahl der politischen Hoffnungsträger in der bayerischen Sozialdemokratie aber noch weiter ab: Im Dezember 2016 legte der Augsburger Abgeordnete Linus Förster sein Landtagsmandat nieder und trat aus der Partei aus, nachdem er wegen des Verdachts auf Besitz kinderpornografischer Schriften verhaftet worden war. Zwei Tage nach Weihnachten verstarb der Memminger Oberbürgermeister Markus Kennerknecht im Alter von nur 46 Jahren überraschend an Herzversagen. Mitte Januar dieses Jahres wurde außerdem der Regensburger Oberbürgermeister Joachim Wolbergs wegen des Verdachts der Bestechlichkeit verhaftet. Bayerns SPD-Landeschef Florian Pronold hat Wolbergs, der immer noch in Untersuchungshaft sitzt, mittlerweile den Parteiaustritt nahegelegt.

Als wäre der personelle Aderlass nicht bereits groß genug, will Pronold sein Amt als Landesvorsitzender niederlegen und es an SPD-Generalsekretärin Natascha Kohnen übergeben. Der Noch-Landeschef wird sich auf dem nächsten Landesparteitag im Mai nicht mehr zur Wiederwahl stellen und Kohnen als Nachfolgerin vorschlagen. Diese sei „eine große Sympathieträgerin“ und wäre auch die „ideale Spitzenkandidatin für die nächste Landtagswahl“. Pronold sagte: „Auf die SPD kommt es an – in Deutschland und in Bayern. Nur mit einer starken SPD errichten wir ein Bollwerk gegen Rechtspopulismus und Hass. Nur mit einer starken SPD schaffen wir mehr Gerechtigkeit und Solidarität in unserer Gesellschaft.“ 

Laut einer im Januar veröffentlichen Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des Bayerischen Rundfunks könnte die SPD bei einer Landtagswahl derzeit nur mit 14 Prozent der Stimmen rechnen und würde damit einen neuen historischen Tiefstand erreichen. Bei der letzten Landtagswahl 2013 kamen die Sozialdemokraten noch auf 20,6 Prozent. Mit einem Umfragewert von zehn Prozent ist die AfD nicht mehr weit von der schwächelnden Bayern-SPD entfernt.

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