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Initiative hat bislang etwa 4.000 Unterstützer

Online-Petition fordert kostenfreie Schulwege in Bayern und niedrigere Preise im ÖPNV

Samstag, 20 Februar 2016 02:59

München - „Tickets für alle!“ nennt sich eine Kampagne für kostenfreie Schulwege in Bayern. Initiiert worden ist sie von den Stadtschülervertretungen (SSV) in München, Nürnberg und Augsburg. Der 19-jährige Johannes Hör vom Vorstand der SSV Augsburg hat die Online-Petition ins Leben gerufen. Zur Resonanz sagt er: „Wir haben ein enorm hohes Feedback von den Schülern.“

In der Petition werden zwei Forderungen erhoben: die grundsätzliche Kostenfreiheit des Schulwegs in Bayern für alle Schüler und Auszubildenden sowie eine Deckelung der Preise im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) für Jugendliche.

Begründet wird die Forderung nach einem kostenfreien Schulweg so: „Bildung muss für alle Jugendlichen frei zugänglich sein und darf nicht mit zusätzlichen Einschränkungen und mit Bedingungen verknüpft sein. Wir sehen diesen Auftrag nur bedingt erfüllt. Der Besuch der gymnasialen Oberstufe kann in Extrembeispielen bis zu 3.000 Euro kosten – allein durch die entstehenden Fahrtkosten zur Schule.“

In Bayern wird bislang nur bis zur 10. Klasse ein kostenfreier Schulweg gewährleistet. Philip Hierhager, Schülersprecher am Karolinen-Gymnasium in Rosenheim, besucht gerade die 10. Klasse und muss deshalb ab dem nächsten Schuljahr die Schulweg-Kosten selbst tragen. „Das ist meiner Ansicht nach nicht ausreichend und benachteiligt die Eltern und Schüler der gymnasialen Oberstufe“, sagt der Schülervertreter, der für die Online-Petition an seiner Schule massiv die Werbetrommel rührt.

In Einzelfällen können Familien beim Freistaat eine Unterstützung oder die komplette Übernahme der Schulweg-Kosten beantragen. Dadurch werde zwar im äußersten Notfall der Schulbesuch abgesichert, aber eine wirkliche Kostenfreiheit sehe anders aus, heißt es im Petitionstext.

Die zweite Forderung zielt auf eine Verringerung der Monatskarten-Preise für Jugendliche im ÖPNV. Monatstickets kosten derzeit zwischen 40 und 50 Euro. Die drei Stadtschülervertretungen fordern eine Obergrenze von monatlich 15 Euro. Begründung: „Um als Jugendlicher alle kulturellen und alltäglichen Angebote wahrnehmen zu können, ist Mobilität unverzichtbar. Vor allem in ländlichen Gebieten sind Bus und Bahn unverzichtbar. Zu hohe Preise stellen daher durchaus eine immense Benachteiligung von SchülerInnen mit finanziell schwachem Hintergrund dar.“

Bislang hat die Initiative bei „openPetition“ rund 4.000 Unterstützer gefunden. In etwas mehr als 70 Tagen läuft die Online-Aktion aus.

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