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CSU will erst nach der Bundestagswahl wieder über eine Zuwanderungsgrenze sprechen

Obergrenzen-Streit wieder vertagt: Angela Merkel ist nun auch Kanzlerkandidatin der CSU

Dienstag, 07 Februar 2017 23:49
Bundeskanzlerin Angela Merkel wird in weiten der EU heftig kritisiert Bundeskanzlerin Angela Merkel wird in weiten der EU heftig kritisiert Quelle: PED Institut, Josef Mühlbauer

München - Die medienwirksame Auseinandersetzung zwischen CSU und CDU um eine jährliche Obergrenze von 200.000 Asylbewerbern wird wieder vertagt, damit die Unionsparteien mit einer Kanzlerkandidatin Angela Merkel geschlossen in den Bundestagswahlkampf ziehen können.Zwei Monate nach der CDU hat jetzt auch die CSU die Amtsinhaberin auf den Schild gehoben und unterstützt ganz offiziell eine erneute Kanzlerkandidatur der CDU-Chefin.

Am Rande einer Sitzung der beiden Parteipräsidien in München sagte der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer: „Wir kämpfen um die ganze Breite der Bevölkerung. Wir wollen auch Wähler, die von der Union enttäuscht waren, wieder zurückgewinnen. Wir wollen sie nicht verloren geben.“ 

Ob der CSU das mit der Unterstützung der „Wir schaffen das“-Kanzlerin gelingen wird, bezweifeln politische Beobachter, zumal die Union wegen der überraschend guten Umfragewerte des SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz noch weiter in die politische Mitte rücken dürfte. Über die Einführung einer Obergrenze wollen die Christsozialen jedenfalls erst nach der Bundestagswahl am 24. September 2017 wieder mit der CDU sprechen. 

Bayerns Ministerpräsident Seehofer unterstrich in München die Gemeinsamkeiten der Schwesterparteien: „Wir besinnen uns auf uns, auf die Qualitäten der CDU und CSU, da gibt es eine ganze Menge, und auf unsere Kanzlerin.“ 

Angela Merkel erklärte etwas fahrig: „Wir müssen unsere Inhalte ordentlich darstellen. Ansonsten schauen wir, dass wir möglichst stark sind. Ich meine, Gemeinsamkeit ist schon ein hohes Gut in der Wahrnehmung der Menschen. Deshalb haben wir daran gearbeitet und zwar sehr ehrlich.“

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