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"Exodus biblischen Ausmaßes“ in Italien

Matteo Renzi unter Druck: Italien droht Flüchtlingswelle aus Schwarzafrika - Schweiz macht Grenze dicht

Montag, 18 Juli 2016 22:38
Matteo Renzi unter Druck: Italien droht Flüchtlingswelle aus Schwarzafrika - Schweiz macht Grenze dicht Bildquelle: PIXABAY.COM

Rom - Deutsche Politiker erfüllt der Putschversuch in der Türkei mit Sorge. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) braucht den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zur Bewältigung ihrer Flüchtlingspolitik. Doch Erdogan zürnt der EU. Wird Erdogan die Schleusen für Flüchtlinge wieder öffnen? Bleibt Erdogan ein verlässlicher Partner der Nato? Besteht Erdogan auf die Einführung der Visafreiheit?

Der Balkanstaat Serbien traut der Sitzation nicht mehr und setzt künftig zum Schutz der Balkanroute eigene Soldaten gegen Flüchtlinge ein.

Mit Blick auf die Ereignisse des Brexit und des Putschversuchs in der Türkei übersehen Politiker die Warnungen aus Italien. 

In der italienischen Bankenkrise steht Matteo Renzi so unter Druck, dass er die Rettung der Banken im Alleingang durch Umgehung der EU-Regeln zur Gläubigerbeteiligung (bail in) durchsetzen will. Der Internationale Währungsfonds IWF unterstützt nun Renzi die Banken mit Steuergeldern zu retten und erhöht den Druck gegenüber Deutschland und der EU. 

Matteo Renzi fordert auch die Einführung von „Flüchtlings-Euro-Anleihen“. Italien ist mit der Flüchtlingsproblematik völlig überfordert. Wie die italienische Zeitung "Il Giornale" berichtet, erwartet Italien ein Ungemach „biblischen Ausmaßes“. 

Italien rechnet „im August und September mit mindestens einer halben Million Migranten aus Kenia, die über das Mittelmeer reisen und an den Küsten Italiens stranden“. Ein „Exodus biblischen Ausmaßes“. Bereits in dem zauberhaften Ferienort Como campieren Flüchtlinge in der Villenregion am Comersee, weil die Schweiz konsequent illegal Einreisende nach Italien zurückschickt.

Ferragosto, Ferienzeit im August in Italien, lässt Renzi durchatmen. Aber im Herbst steht sein Verfassungsreferendum an - ein Schleudersitz für Renzi und womöglich der nächste Schock für die EU.

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