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Gesundheitsausgaben in Bayern stiegen 2014 erstmals auf über 50 Milliarden Euro

Markus Söder (CSU): Stark steigende Krankenkassen-Kosten durch Gesundheitskarten für Asylanten

Dienstag, 04 Oktober 2016 22:12

München - Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) beklagt einen deutlichen Kostenanstieg bei den gesetzlichen Krankenkassen aufgrund des starken Zuzugs von Asylbewerbern, die nach einem positiven Asylbescheid automatisch Hartz-IV-berechtigt sind und Vollmitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung werden.

Söder erklärte gegenüber dem Nachrichtenmagazin „Focus“: „Warum steigen heute Gesundheitskosten? Nicht zuletzt wegen der zusätzlichen Herausforderungen durch die Migration. Vor allem, weil einige Bundesländer die Gesundheitskarte für Asylbewerber einführen.“ Der CSU-Politiker konkretisierte seine Kritik: „Alles, was medizinisch unbedingt notwendig ist, sollen Asylbewerber natürlich bekommen. Es braucht aber ein faires Verhältnis von Leistung und Gegenleistung.“ 

Es sei ungerecht, dass jemand, der noch nie etwas in die deutschen Sozialkassen eingezahlt hat, dieselben Leistungen wie ein langjähriger Beitragszahler erhalte. 

Schon vor dem großen Flüchtlingsansturm des Jahres 2015 sind in Bayern die Gesundheitskosten erstmals auf über 50 Milliarden Euro gestiegen, wie das Landesamt für Statistik in München vermeldet. Im Jahr 2014 wurden in Bayern insgesamt 50.896 Millionen Euro für die Gesundheit ausgegeben – pro Einwohner macht das 4.024 Euro. Die Gesundheitsausgaben im Freistaat entsprachen 9,7 Prozent des bayerischen Bruttoinlandsprodukts und gleichzeitig rund 15,5 Prozent der gesamtdeutschen Gesundheitsausgaben von 328 Milliarden Euro. 

Der größte Ausgabenträger der bayerischen Gesundheitsausgaben ist mit 28 Milliarden Euro und einem Anteil von 55,3 Prozent die gesetzliche Krankenversicherung (GKV). Ihre Ausgaben sind im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 6,1 Prozent gestiegen. 

Private Haushalte und Organisationen ohne Erwerbszweck tragen 15,6 Prozent der Ausgaben, gefolgt von der privaten Krankenversicherung mit 10,6 Prozent und der sozialen Pflegeversicherung mit 6,5 Prozent. Die restlichen Ausgaben entfallen auf die Träger Öffentliche Haushalte (4,6 Prozent), Arbeitgeber (4,5 Prozent), die gesetzliche Unfallversicherung (1,6 Prozent) und die gesetzliche Rentenversicherung (1,3 Prozent). 

Im Vorjahresvergleich sind die bayerischen Gesundheitsausgaben insgesamt um 4,4 Prozent gestiegen. Das größte Ausgabenwachstum wurde mit 6,1 Prozent bei der gesetzlichen Krankenversicherung ermittelt, das geringste mit 0,8 Prozent bei der privaten Krankenversicherung.

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