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Vorstellung des „Heimatberichts 2015“

Markus Söder (CSU): Demographische Stabilisierung des ländlichen Raumes durch Ausländerzuzug

Dienstag, 14 Juni 2016 22:31
Blick im Berchtesgadener Land Blick im Berchtesgadener Land Quelle: BAYERN DEPESCHE

München - Bei der Präsentation des „Heimatberichts 2015“ sagte Bayerns Finanz- und Heimatminister Markus Söder (CSU), dass die Zahl der Bewohner des ländlichen Raumes nach Jahren des Rückgangs wieder wachse. „Es geht insgesamt aufwärts, aber wir sind noch nicht am Ziel“, stellte er fest.

Der ländliche Raum, zu dem mit Ausnahme von Großstädten wie München, Nürnberg, Augsburg oder Ingolstadt fast ganz Bayern gezählt wird, konnte den demographischen Abwärtstrend stoppen und leichte Bevölkerungsgewinne erzielen. Bereits zum vierten Mal in Folge wuchs die Bevölkerung in den ländlichen Regionen des Freistaates. Im Jahr 2012 stieg nach Jahren der Verluste die Bevölkerungszahl erstmals wieder um 13.000 Personen an.

Laut Heimatminister Markus Söder beruht diese Entwicklung vor allem auf Zuwanderung: Knapp zwei Drittel der aktuellen Zuzügler stamme aus dem Ausland und davon rund siebzig Prozent aus der EU. Rund ein Drittel der neuen Bewohner sei aus den Städten aufs Land gezogen.

Da dem neuen Heimatbericht die Daten von Ende 2014 zugrunde liegen, ist der Massenzustrom von Asylsuchenden im letzten Jahr noch nicht berücksichtigt. 2015 wurden in Bayern knapp 160.000 Asylbewerber registriert. Da anerkannte Asylanten bei Fehlen einer Residenzpflicht ihren Wohnsitz frei wählen können, ist Söder zufolge noch nicht absehbar, wie sich der Flüchtlingszuzug dauerhaft auf den ländlichen Raum auswirken wird.

Zurzeit leben in Bayern rund 7,13 Millionen Menschen in den ländlichen Regionen; vor fünf Jahren waren es nur 7,02 Millionen. Der Anteil der Landbewohner an der Gesamtbevölkerung liegt damit bei 56 Prozent. In den bayerischen Städten wohnen derzeit 5,62 Millionen Menschen; im Jahr 2011 waren es 5,38 Millionen.

Bevölkerungsverluste gab es noch in den kreisfreien Städten und Landkreisen Bayreuth, Coburg, Kronach, Kulmbach, Tirschenreuth, Wunsiedel Main-Spessart und Rhön-Grabfeld.

Söder führt die Zunahme der ländlichen Wohnbevölkerung auch auf die „Heimatstrategie“ der bayerischen Staatsregierung zurück. Diese habe durch Digitalisierung, den kommunalen Finanzausgleich, Behördenverlagerungen und die Regionalisierung der Hochschulen die Attraktivität des ländlichen Raumes gestärkt.

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