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Markus Plenk, der zupackende Bio-Bauer im Bayerischen Landtag

Mittwoch, 13 Mai 2020 19:45
Bio-Bauer und bayerischer Landespolitiker Markus Plenk Bio-Bauer und bayerischer Landespolitiker Markus Plenk Quelle: BAYERN DEPESCHE

Ruhpolding - Als die AfD im Herbst 2018 erstmals in den Bayerischen Landtag einzog, wurde der chiemgauer Bio-Bauer im Tandem mit der Niederbayerin Katrin Ebner-Steiner deren erster Fraktionsvorsitzender. Doch das Tandem harmonierte von Anfang an nicht. Markus Plenk verfolgte einen bürgerlichen Kurs für die AfD, irgendwo zwischen traditioneller CSU und progressiver FDP. Katrin Ebner-Steiner wollte dagegen beinharte Opposition und trimmte die Landtagsfraktion mehrheitlich auf strammen Rechtskurs. Es war zwar immer knapp innerhalb der Fraktion. Aber nachdem bereits der Landtagsabgeordnete Raimund Swoboda die Fraktion verliess, verlor irgendwann auch Markus Plenk das Zutrauen in den politischen Kompass von Ebner-Steiner. Er gab den Fraktionsvorsitz auf, den Katrin Ebner-Steiner seitdem alleine inne hat. Plenk nahm in den hinteren Reihen des Landtages als Parteiloser Platz und hofft seitdem auf eine neue Chance.

Und diese neue Chance wurde zeitweise hinter Abwerbeversuchen der oberbayerischen CSU, durch die FDP, die ÖDP und auch die Bayernpartei vermutet. Allerlei Wahrheiten und Gerüchte kursierten rund um Markus Plenk und dessen politischer Zukunft. Doch es blieb ruhig. Zu einigen innerhalb der AfD-Landtagsfraktion hat Markus Plenk nach wie vor einen guten Draht. Der innere Konflikt innerhalb der AfD-Landtagsfraktion wurde auch nie befriedet. Vor allem die Abgeordneten Franz Bergmüller, Dr. Anne Cyron und Uli Henkel wurden nun Stimmführer gegen den angeblich zu rechtslastigen Kurs von Ebner-Steiner und ihrem Parlamentarischen Geschäftsführer Christoph Maier.

Das Erscheinungsbild der AfD Bayern habe sich, so wird aus Plenks Umfeld kolportiert, aber mit der Wahl der Bundestagsabgeordneten Corinna Miazga zur Landesvorsitzenden „eindeutig verbessert“. Der Umgangston sei zwar frecher und agiler gegen Allmachtsphantasien der CSU geworden, aber auch der Stil habe nun „mehr Charme“.

Derweilen beobachtet Markus Plenk das Geschehen in der AfD Bayern. Vor allem will Plenk auch Mensch und Bio-Bauer sein. Der Vorderrauschhof in den Chiemgauer Alpen ist ein traumhaft malerisches fleckchen Erde, auf dem Mensch und Natur in harmonischer Symbiose leben – ökologisch, biologisch und naturnah. Für den durchaus sympathischen Bio-Landwirt und Politiker Markus Plenk sind Nachhaltigkeit und Authentizität lebensbestimmende Grundsätze. Über Tradition, Herausforderungen und der Liebe zur Heimat.

Bevor Markus Plenk den rund 800 Jahre alten Hof und zwei Almen in Chiemgau von seinen Eltern übernahm, erlebte der Kosmopolit als Unternehmensberater eine erfahrungsreiche und intensive Zeit. Auf beinahe allen Kontinenten der Erde war er tätig und konnte in faszinierende Kulturen, Traditionen und Bräuche eintauchen. "Eines Tages, zu der Zeit lebte ich in Californien, stellte ich mir die Frage, an welchem Ort ich mich wohlfühle, meine Kinder aufwachsen sehen und mit meiner Familie alt werden will.", erinnert sich Plenk. Das war vor zwölf Jahren. Seither bewirtschaftet der Familienvater Plenk mit seiner Frau den seit Generationen überlieferten Hof mit Leidenschaft und Hingabe für Tier und Natur. Der Unternehmensberater in ihm kommt, bedingt durch sein politisches Engagement im bayerischen Landtag, dadurch nurmehr seltener in Aktion.

Bereits Plenk Senior hatte den Hof, nach den damaligen Richtlinien, ökologisch bewirtschaftet und Kälber gezüchtet. Im Laufe der Zeit stellte Markus den Familienbetrieb um auf nachhaltig biologische und naturnahe Basis, die Zeit, Fingerspitzengefühl und Investitionen erfordert. So weiden jetzt auf den artenreichen Wiesen Schottische Hochlandrinder und ergänzen die Mutterkuhherde mit Tieren der Rinderrassen Aubrac und Pinzgauer. Der Bio-Bauer Plenk setzt auch bei der Zucht auf "Natursprung", also auf eine natürliche Fortpflanzung.

Die saftig grünen Wiesen verdanken ihre reiche Artenvielfalt an Blumen und Kräutern der sogenannten Zwei-Schnittnutzung. "Somit haben die Pflanzen ausreichend Zeit abzusamen und sich zu erneuern. Es ist zeit- und arbeitsintensiv, dafür verzeichnet die naturnahe Behandlung der Weiden keinen Artenrückgang.", erklärt Plenk, der in jeder freien Minute gerne seinen landwirtschafltichen Pflichten am Traktor oder im Stall nachkommt.

Naturnah bedeutet für Markus Plenk Respekt vor der Natur und den bestmöglichen Schutz ihres natürlichen Rhytmus, damit sie sich in ihrer Fruchtbarkeit und Schönheit frei entfalten kann. Ist das Ökosystem im Einklang, profitieren Natur, Tier und Mensch gleichermaßen. So finden beispielsweise vom benachbarten Imker emsige Bienen ein vielfältiges und reichhaltiges Angebot und ihr Zuhause auf dieser wunderbaren "Insel der Glückseligkeit", wie es Markus liebevoll beschreibt.

Es ist ein harter, zeit- und kostenintensiver Weg, einen Betrieb auf "Bio" umzustellen, zertifizieren zu lassen und ökologisch zu führen, weiß Plenk aus eigener Erfahrung. "Erreichen die Erlöse eine schwarze Null, kann man sich glücklichen schätzen. Ist aber ein Betrieb auf den Ertrag angewiesen, bedroht es die Existenz einer ganzen Familie.", bedauert Plenk und wünscht sich anstatt ausschweifender Verbote praxisorientiere Anreize.

Die Nachfrage an Bio-Produkten ist ungebremst, die Lebensmittelproduktion allerdings geht zurück und bewirkt Preissteigerungen. "Die steigenden Preise werden sich jedoch nicht alle Menschen leisten können.", gibt der Bio-Landwirt zu bedenken. Doch was tun, wenn immer weniger Bauern immer mehr Menschen versorgen müssen? Eine Herausforderung, die es noch zu lösen gilt.

Bei Markus Plenk und seiner Familie im oberbayerischen Chiemgau herrscht Mut und Zuversicht. Tagtäglich leisten sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten einen wertvollen und nachhaltigen Beitrag für die nächsten Generationen.

Das Bergwiesenheu in bester Qualität wie auch Zuchttiere können bei den Plenks direkt bestellt werden. Und Naturliebhaber haben die Möglichkeit die Abgeschiedenheit der Almen inmitten traumhafter Landschaft zu genießen.

Per Direktverkauf vom Hof erreicht das unglaublich fein-zarte Bio-Rindfleisch – ob den saftigen Wiesen, der liebevollen Aufzucht oder dem Bergwiesenheut geschuldet – inzwischen Gourments in ganz Deutschland. Neukunden können wir "Mischpaket" zum testen wärmstens empfehlen.

Zieht es den in die Natur und die bayerische Heimat Verliebten trotzdem wieder tiefer in die Politik zurück?

Letzte Änderung am Mittwoch, 13 Mai 2020 22:48
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