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FDDV sei Pegidas Parteineugründung

Lutz Bachmann möchte Pegida durch Parteistatus vor Verbot schützen - "keine Konkurrenz zur AfD"

Mittwoch, 20 Juli 2016 11:03
Logo von PEGIDA Logo von PEGIDA Quelle: PGIDA.DE

Dresden - Pegida wird womöglich eine Partei. Lutz Bachmann verkündete auf dem montäglichen Pegida-Treffen in Dresden die Gründung einer neuen Partei mit dem Namen "Freiheitliche Direktdemokratische Volkspartei", kurz "FDDV". Diese Partei konkurriere nicht mit der AfD, sondern solle die AfD als verlängerter Arm der Pegida im Bundestagswahlkampf unterstützen.

Zu mehreren Landesverbänden der AfD in ganz Deutschland bestünden gute Verbindungen. Mit dem sächsischen Landesverband der AfD-Bundesvorsitzenden Frauke Petry herrsche jedoch, so Bachmann, „Eiszeit“. Der Lebensgefährte von Frauke Petry, der Europaabgeordnete Marcus Pretzell, verkündete noch kurz nach der Spaltung der AfD als damaliger Gegenspieler Bernd Luckes die AfD sei eine „Pegida Partei“. 

Für den Thüringer Björn Höcke war damit der Bundesvorstandsbeschluss „keine Zusammenarbeit mit Pegida“ obsolet. Der AfD-Co-Vorsitzende Jörg Meuthen erklärte gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung im März, „mit Pegida wird es keine Zusammenarbeit und keine Absprachen geben“. Die AfD, so Meuthen weiter, sei „die einzige echte Alternative zu allen Parteien“.  

Die AfD ist sich in Sachen Pegida uneins. Eine innerparteiliche Auseinandersetzung steht noch bevor. Ob Jörg Meuthen seine Einstellung zu Pegida weiterhin aufrecht hält, bleibt abzuwarten. Der Fall Dr. Gedeon belastet Jörg Meuthen und schwächt seine Position innerhalb der AfD.

Die Parteineugründung kommt Lutz Bachmann gerade recht. Seine Anhänger haben schon auf diese Parteineugründung gewartet. Zugleich geht er möglicherweise mit der Neugründung einem Ungemach aus dem Weg, denn der Verein Pegida soll verboten werden. Lutz Bachmann selbst übernimmt in der neuen Partei keinerlei Funktion. Er bleibt der „Lutz“ auf der Straße. Ein Verein für Versammlungen der Bewegung ist auch nicht notwendig. Eine neue Partei hat den Vorteil, dass sie nicht so leicht verboten werden kann.

Arbeiten AfD und FDDV Hand in Hand, so könnte, wie es Wolfgang Kubicki (FDP) ausdrückt, die ISIS-Axt-Attacke in einem Regionalzug bei Würzburg „ein Brandbeschleuniger für die AfD und Pegida “ bzw. FDDV sein.

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