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SPD und Grüne beklagen Gefahren durch Listeriose-Erkrankungen

Listerien-belastete Lebensmittel lassen Ruf nach mehr staatlichen Kontrollen laut werden

Dienstag, 07 Juni 2016 18:14
SPD-Abgeordneter Florian von Brunn, Grünen-Angeordnete Rosi Steinberger SPD-Abgeordneter Florian von Brunn, Grünen-Angeordnete Rosi Steinberger Quelle: bayernspd-landtag.de | gruene-fraktion-bayern.de

München - Die Fraktionen von SPD und Grünen im Bayerischen Landtag verlangen angesichts neuer Probleme mit Listerien-belasteten Lebensmitteln eine effektivere staatliche Lebensmittelkontrolle.

Seit dem Jahr 2012 hat es nach Angaben der SPD-Landtagsfraktion in Süddeutschland etwa 80 Listeriose-Erkrankungen gegeben und davon 22 in Bayern. Acht Menschen seien daran gestorben, vier davon in Bayern. Dem Robert-Koch-Institut zufolge können Listerien schwerwiegende Gesundheitsschäden verursachen, darunter Blutvergiftungen und Hirnhautentzündungen mit einer relativ hohen Sterblichkeitsrate.

Der SPD-Landtagsabgeordnete Florian von Brunn sieht angesichts der Listeriose-Fälle staatliche Kontrolldefizite insbesondere bei Wurst- und Fleischherstellern. „Jeder Tag, der ins Land geht, ohne dass der gesundheitliche Verbraucherschutz und die Kontrollen in Bayern reformiert sind, bedeutet Gefahr für Leib und Leben der Menschen hier und über die Grenzen des Freistaats hinaus“, so von Brunn.

Mit dem Wursthersteller Sieber aus dem Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen sei ein möglicher Urheber identifiziert, sagte der SPD-Abgeordnete. Da stelle sich die Frage, warum weder bei den Selbstkontrollen der Firma noch bei den amtlichen Kontrollen Listerien gefunden worden seien.

Von Brunn erklärte zu den offenbar versagenden Selbstkontrollen in Lebensmittelunternehmen: „Wir brauchen mehr und effektivere staatliche Kontrolle. Das Vertrauen der Bevölkerung in die bayerischen Lebensmittel darf nicht weiter aufs Spiel gesetzt werden. Das europäische System der Selbstkontrollen muss dringend hinterfragt werden. Denn dieses System ist offensichtlich auf Sand gebaut.“

Die verbraucherschutzpolitische Sprecherin der Landtags-Grünen, Rosi Steinberger, mahnte: „Angesichts der immer wieder zutage tretenden Lücken beim Schutz unserer Lebensmittel müssen Kommunikationsprozesse und Kontrollstrukturen bei den zuständigen Behörden dringend auf den Prüfstand.“

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