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Kampf gegen Einbrecherbanden soll verstärkt werden

Länderübergreifende Fahndungsaktion führte in Bayern bei 10.471 Kontrollen zu 26 Festnahmen

Dienstag, 01 November 2016 18:20
Länderübergreifende Fahndungsaktion führte in Bayern bei 10.471 Kontrollen zu 26 Festnahmen Bildquelle: PIXABAY.COM

München - Bei einer bundesländerübergreifenden Fahndungs- und Kontrollaktion im Kampf gegen Einbrecherbanden wurden in Bayern 10.471 Personen und Fahrzeuge kontrolliert, 26 Personen vorläufig festgenommen – darunter sechs mit Haftbefehl Gesuchte – sowie 81 Straftaten und Ordnungswidrigkeiten aufgedeckt. In der Zeit vom 27. bis zum 29. Oktober 2016 waren für diese Maßnahme insgesamt 1.009 Beamte der bayerischen Polizei im Einsatz.

„Damit haben wir den Fahndungsdruck auf kriminelle Banden deutlich erhöht“, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU). „Darüber hinaus ergaben sich durch unsere Kontrollen wertvolle Hinweise, die zur Aufklärung weiterer Straftaten führen können.“

Koordiniert wurden die Schwerpunktkontrollen von den Landeskriminalämtern der beteiligten Länder Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz. Auf bayerischer Seite führten die Polizeipräsidien mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei die Kontrollen durch, die überwiegend auf überregionalen Verkehrswegen wie Autobahnen und deren Ausweichrouten stattfanden.

Ein größerer Erfolg gelang den Fahndern im Bereich des Polizeipräsidiums Unterfranken bei der Überprüfung eines BMW mit französischem Kennzeichen. Alle vier erwachsenen Insassen waren bereits wegen Einbruchs- und Diebstahldelikten in Erscheinung getreten, und gegen den Fahrer lag ein Haftbefehl vor. Außerdem fanden die Ermittler hinter dem Handschuhfach des Wagens einen handschriftlichen Zettel mit verschiedenen Adressen, an denen bereits Einbrüche verübt wurden. Zudem waren die kontrollierten Personen als sogenannte ‚Carjacking-Bande‘ bekannt. Dabei werden Wohnhäuser von ganzen Straßenzügen angegangen und hauptsächlich die Schlüssel von hochwertigen Fahrzeugen gestohlen, um problemlos an die Autos heranzukommen.

Die Fahndungs- und Kontrollaktion geht auf eine Kooperationsvereinbarung zur Bekämpfung der Wohnungseinbruchskriminalität zurück, die Joachim Herrmann am Rande der Innenministerkonferenz im Juni 2016 mit seinen Ministerkollegen aus Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz unterzeichnet hat. Kern der Vereinbarung ist ein Acht-Punkte-Programm, das einen schnelleren Informationsaustausch, eine stärkere gemeinsame Täterfahndung sowie eine intensivere Zusammenarbeit bei konkreten Ermittlungsverfahren und in der Prävention vorsieht.

Laut dem CSU-Politiker bewegen sich die Einbruchszahlen in Bayern in diesem Jahr bislang etwa auf dem Vorjahresniveau. „Eine verlässliche Prognose für das gesamte Jahr 2016 können wir aber noch nicht treffen“, so der Minister. „Jedenfalls werden wir im Kampf gegen Wohnungseinbrecher nicht locker lassen.“

2015 war die Zahl der gemeldeten Wohnungseinbrüche im Freistaat auf 7.480 Delikte zurückgegangen. Damit war das Einbruchsrisiko in Bayern im letzten Jahr deutschlandweit am geringsten. Während Bayern rund 59 Einbrüche pro 100.000 Einwohner zu beklagen hatte, lag der bundesweite Durchschnitt mehr als dreimal so hoch (206). In Nordrhein-Westfalen wurde sogar sechsmal häufiger als in Bayern eingebrochen (354 Einbrüche pro 100.000 Einwohner).

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