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Vorstellung des Landesverzeichnisses des immateriellen Kulturgutes

Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) lobt lebendige bayerische Traditionen

Samstag, 17 Oktober 2015 02:20
Dr. Ludwig Spaenle Dr. Ludwig Spaenle Quelle: ludwig-spaenle.de

München - Bei einer Feierstunde in der Münchner Residenz hat Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) das bayerische Landesverzeichnis des immateriellen Kulturgutes vorgestellt, in das bislang 13 Bräuche, Feste und Handwerkstechniken aufgenommen wurden. In seiner Festrede betonte der Kultusminister: „Als Kulturstaat wollen wir das immaterielle Kulturerbe dokumentieren, aber auch das Bewusstsein der Menschen für unsere großartigen und vielfältigen Traditionen schärfen. Diese tragen vor Ort in besonderer Weise dazu bei, Identität zu stiften. Lebendige Traditionen wie Musik, Tanz, Bräuche, Feste und Handwerkstechniken sind in Bayern unverzichtbar. Sie prägen das Alltagsleben mit.“ Ludwig Spaenle unterstrich die gemeinschaftsfördernde Wirkung gelebter bayerischer Traditionen: „Sie ermutigen Menschen, ihre Zukunft aus der Tradition heraus mitzugestalten. Und lebendige Traditionen fördern Gemeinschaft.“

Mit dem Landesverzeichnis will das Kultusministerium die vielfältigen Kulturformen in Bayern würdigen und dokumentieren. Bislang wurden 13 derartige Kultur- und Traditionsäußerungen in das Landesverzeichnis aufgenommen. Dazu gehören die Markttradition des Münchner Viktualienmarktes als Handelsbrauch, die bayerische Brautradition nach dem Reinheitsgebot, die Limmersdorfer Lindenkirchweih, der Kötztinger Pfingstritt, die Tradition der hochalpinen Alpwirtschaft im Allgäu, die Passionsspiele Oberammergau, die Goldhaubentradition im Passauer Land, die handwerkliche Fertigung von Flachglas in der traditionellen Technik des Mundblasverfahrens, das historische Dokumentarspiel „Landshuter Hochzeit 1475“, das historische Festspiel „Der Drachenstich“ zu Furth im Wald, das historische Festspiel „Der Meistertrunk“ zu Rothenburg ob der Tauber, der innerstädtische Erwerbsgartenbau in Bamberg sowie das historische Festspiel „Kinderzeche“ zu Dinkelsbühl. Im Rahmen der feierlichen Veranstaltung zur Landesverzeichnis-Präsentation stellten verschiedene Akteure ihre Traditionen vor oder führten Szenen aus den historischen Festspielen auf.

Im Jahr 2013 übernahm Deutschland die Bestimmungen der UNESCO für die „Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit“ und trat dem Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes bei. Seither wird lebendiges deutsches Kultur- und Traditionsgut auf nationaler Ebene in einem bundesweiten Verzeichnis und auf Länderebene in Länderverzeichnissen erfasst. Das nationale Verzeichnis umfasst mittlerweile 27 Einträge. Dazu gehören neben den bayerischen Besonderheiten der Oberammergauer Passionsspiele und der Limmersdorfer Lindenkirchweih auch das Reetdachdeckerhandwerk, die sächsischen Knabenchöre, der rheinischen Karneval, die schwäbisch-alemannischen Fastnacht, die Genossenschaftsidee und die deutsche Brotkultur.

Bis Ende Oktober können beim bayerischen Kultusministerium noch Bewerbungen um die Aufnahme in das Landesverzeichnis eingereicht werden.

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