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Ex-Minister und Plagiator soll ins Kompetenzteam von Horst Seehofer

Karl-Theodor zu Guttenberg wird zum politischen Untoten

Freitag, 09 Oktober 2015 19:38
Karl-Theodor zu Guttenberg Karl-Theodor zu Guttenberg Quelle: PIXABAY.COM

München - Dieser Tage sorgte CSU-Chef Horst Seehofer für Rauschen im Blätterwald, als er bekanntgab, den ehemaligen Wirtschafts- und Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg in sein Kompetenzteam für den Wahlkampf berufen zu haben. Anfang 2011 musste Guttenberg unter Druck der Öffentlichkeit sein Ministeramt niederlegen, nachdem ihm die Universität Bayreuth wegen Plagiaten den Doktortitel aberkannt hatte.

Nun betritt der politisch Totgeglaubte wieder in vorsichtigen Schritten die politische Bühne und soll die CSU in der Außen- und Sicherheitspolitik sowie bei Fragen der Digitalisierung beraten, wie Seehofer stolz verkündete. Der Ministerpräsident lobte Guttenberg als „herausragenden Kopf“, der sein Wissen und Können in die Wahlkampfarbeit der CSU einbringen solle. Aus der neuen Zusammenarbeit seien aber „keine weiteren Schlüsse“ über zukünftige Aufgaben Guttenbergs zu ziehen. Das Kompetenzteam, dem Guttenberg angehören wird, soll die verschiedenen Parteiebenen von der Kommunal- bis zur Europapolitik vernetzen und professionalisieren. Mit Blick auf die Bundestagswahl 2017 und die bayerische Landtagswahl 2018 soll sich das Gremium auch mit strategischen und personellen Fragen beschäftigen.

 

Nach Medienberichten behält die Familie Guttenberg ihren Lebensmittelpunkt erst einmal an der Ostküste der USA. Dort arbeitet Karl-Theodor zu Guttenberg als Chef einer Beratungsfirma und reist – unter anderem im Auftrag der Europäischen Union – um die Welt. In Bayern wird er zukünftig häufiger einen Zwischenstopp einlegen. Nicht wenige Beobachter gehen davon aus, dass der 43-jährige Oberfranke seine Rückkehr auf die politische Hauptbühne vorbereitet.

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