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Baukosten von 105 Millionen Euro

Justizminister Winfried Bausback (CSU) eröffnet in Gablingen Bayerns modernstes Gefängnis

Montag, 26 Oktober 2015 22:17
Prof. Dr. Winfried Bausback Prof. Dr. Winfried Bausback Quelle: csu-landtag.de | Pressefoto

Gablingen - An diesem Montag wurde nach vierjähriger Bauzeit die neue Justizvollzugsanstalt in Gablingen als Vorzeige-Gefängnis des Freistaates Bayern durch Justizminister Winfried Bausback (CSU) eingeweiht. Bausback sagte: „Der bayerische Vollzug ist modern aufgestellt, und das ist ein toller Moment, dass wir diese Anstalt heute eröffnen können.“ Das neue Gefängnis im schwäbischen Kreis Augsburg soll die alten Augsburger Justizvollzugsanstalten im Hochfeld und der Karmelitengasse ersetzen. Der Neubau hat 105 Millionen Euro gekostet und blieb damit weitgehend innerhalb des veranschlagten Kostenrahmens, was bei Großprojekten dieser Art eher die Ausnahme als die Regel ist.

Eigentlich war geplant, das Gebäude vor der Eröffnung per Probebetrieb mit 100 Häftlingen aus dem Augsburger Hochfeld zu testen. Damit sollten Abläufe innerhalb der Gefängnismauern geprobt und der Umgang mit der Schließtechnik geübt werden, bevor ab Mitte November der Normalbetrieb startet. Weil es Probleme mit der Technik und einige Baumängel gab, musste diese für August geplante Testphase verschoben werden. Stefan Loh, der stellvertretende Leiter des Gefängnisses, sagte vor Tagen dazu: „Mittlerweile haben wir unsere technischen Probleme überwunden. Der Sicherheitsbetrieb ist aber erst einmal verschoben, wir bereiten uns jetzt auf die Eröffnungsfeier vor.“ Heute wurde die neue JVA deshalb nur eingeweiht. Später folgt der Probebetrieb und erst danach beginnt die reguläre Belegung mit Straftätern.

Mit der Fertigstellung des neuen Gefängnisses in Gablingen endet eine fast schon endlose Such-, Planungs- und Bauphase. Die Standortsuche für einen Neubau des Augsburger Gefängnisses begann schon in den 1970er Jahren. Das Vorhaben der Bayerischen Staatsregierung, die Haftanstalt von einem Privatunternehmen eigenverantwortlich errichten zu lassen, scheiterte vor zehn Jahren und führte zu weiteren Verzögerungen. Der Investor hätte die JVA gebaut und im Rahmen einer „öffentlich-privaten Partnerschaft“ dann für teures Geld an den Staat vermietet. Da sich das Investoren-Angebot als nicht wirtschaftlich im Vergleich zur staatlichen Eigenfinanzierung erwies, musste letztlich wieder die staatliche Bauverwaltung die Planung übernehmen. Im Jahr 2011 fiel endlich der Startschuss für die Bauarbeiten in Gablingen, und Ende März dieses Jahres wurde das Gebäude weitestgehend fertiggestellt. Seitdem ist man damit beschäftigt, das hochmoderne Sicherheitssystem zu testen und praxissicher zu machen.

Insgesamt sollen 600 Kriminelle in Gablingen inhaftiert werden, um die angespannte Belegungssituation in anderen Justizvollzugsanstalten zu entschärfen. Die neue JVA wird 250 Bedienstete haben, denen modernste Überwachungstechnik zur Verfügung steht. Dazu gehört ein Herzton-Scanner, der verhindert, dass Insassen beispielsweise im Wäschewagen aus dem Gebäudekomplex flüchten können. Nach dem Probebetrieb und vor dem Regelbetrieb ist für interessierte Bürger ein Tag der offenen Tür geplant.

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