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Bevölkerung mit ausländischen Wurzeln erreicht Höchststand

Jede dritte Person unter 18 Jahren in Deutschland hat einen Migrationshintergrund

Freitag, 16 September 2016 18:09

Wiesbaden - Im Jahr 2015 hatten 17,1 Millionen Menschen in Deutschland einen sogenannten Migrationshintergrund und damit mehr als je zuvor. Der Anteil der Bevölkerung mit ausländischen Wurzeln an der Gesamtbevölkerung erreichte den Rekordwert von 21,0 Prozent. Das entspricht einem Zuwachs von 4,4 Prozent gegenüber 2014, wie das Statistische Bundesamt auf Basis des Mikrozensus 2015 mitteilt. Der Anstieg ist vor allem auf den massiven Zuzug von Ausländern zurückzuführen.

Dabei spiegelt der Mikrozensus 2015 das ganze Ausmaß der Zuwanderung gar nicht wider, weil Hunderttausende Asylbewerber, die in der zweiten Jahreshälfte 2015 nach Deutschland kamen und in Erstaufnahmeeinrichtungen lebten, bei den Mikrozensus-Befragungen keine Rolle spielten.

Die wichtigsten Herkunftsländer der Menschen mit Migrationshintergrund sind die Türkei, Polen und Russland. 6,3 Millionen Personen stammen aus den früheren Anwerbestaaten für Gastarbeiter, vor allem der Türkei, Italien und Griechenland.

Die Mikrozensus-Daten erhalten ihre bevölkerungspolitische Brisanz auch durch die Tatsache, dass die Bevölkerung mit Migrationshintergrund deutlich jünger als die herkunftsdeutsche ist. Im letzten Jahr hatte bereits jede dritte Person unter 18 Jahren einen Migrationshintergrund. In der Altersgruppe unter fünf Jahren lag ihr Anteil sogar bei 36 Prozent. Bei den über 65-Jährigen betrug der Anteil der aus dem Ausland stammenden Bevölkerung hingegen weniger als 10 Prozent.

Im Altersspektrum zwischen 25 bis 35 Jahren zeigen sich deutliche Bildungsunterschiede der Bevölkerung mit und ohne Migrationshintergrund. Personen mit ausländischen Wurzeln hatten deutlich häufiger keinen Schul- oder Berufsabschluss oder nur einen Hauptschulabschluss. 

Zudem waren Personen mit ausländischen Wurzeln im Alter zwischen 25 und 65 Jahren deutlich häufiger arbeitslos und fast doppelt so häufig geringfügig beschäftigt. Auffällig sind die großen Bildungsdifferenzen zwischen den Herkunftsländern: Während hierzulande 88 Prozent der 25 bis 35 Jahre alten chinesischstämmigen Personen Abitur machten, waren es unter den Türkischstämmigen nur 16 Prozent.

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