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Polizei soll mehr „interkulturelle Kompetenz“ entwickeln

Innenminister Joachim Herrmann (CSU) will mehr Polizisten ausländischer Herkunft einstellen

Donnerstag, 26 Mai 2016 19:35
Joachim Herrmann, MdL Joachim Herrmann, MdL © Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr

Nürnberg - Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) will noch mehr Polizistinnen und Polizisten ausländischer Herkunft für den bayerischen Polizeidienst gewinnen. Das erklärte er jetzt in einer Pressekonferenz in Nürnberg, wo er drei Polizeibeamte mit deutscher Staatsangehörigkeit und ausländischen Wurzeln sowie zwei Beamte mit ausländischer Staatsangehörigkeit vorstellte.

Der CSU-Politiker sagte: „Unsere Kolleginnen und Kollegen mit ausländischer Herkunft sind eine wichtige Bereicherung für den Polizeidienst und das beste Beispiel dafür, wie Integration wirklich gelebt wird. Damit stärken wir noch weiter die interkulturelle Kompetenz und Bürgernähe der Bayerischen Polizei.“

Im Rahmen der neuen Nachwuchswerbekampagne der bayerischen Polizei werde an Schulen darauf hingewiesen, dass eine Einstellung in manchen Fällen auch ohne deutsche Staatsangehörigkeit möglich ist.

Seit September 1993 ist der Besitz der deutschen Staatsbürgerschaft keine Voraussetzung mehr für den Eintritt in den bayerischen Polizeidienst. Herrmann erläuterte, dass seitdem auch ausländische Staatsangehörige ihren Dienst als Polizeivollzugsbeamte antreten können, wenn „ein dringendes dienstliches Bedürfnis“ vorliege. Die Gefahr von Loyalitätskonflikten bei Polizisten mit ausländischem Pass sieht er nicht. Entscheidend ist für den Innenminister die Erfüllung der formalen Einstellungskriterien. „Voraussetzung ist, dass die ausländischen Bewerber die gültigen Einstellungsvoraussetzungen erfüllen und sich im üblichen Einstellungsverfahren qualifizieren“, so Herrmann.

159 ausländische Polizistinnen und Polizisten aus 19 Nationen wurden seit 1993 bei der bayerischen Polizei eingestellt. Die größte Gruppe stellen die Beamtinnen und Beamten mit einem türkischen Pass (57), gefolgt von Italienern (17) und Kroaten (16). Dazu kommen laut Herrmann zahlreiche Polizisten mit sogenanntem Migrationshintergrund. Da ein Migrationshintergrund bei der Einstellung von Bewerbern mit deutscher Staatsangehörigkeit nicht erfasst wird, gibt es dazu bei der bayerischen Polizei keine Statistiken.

Herrmann begründete sein Werben um mehr ausländische Polizisten auch mit deren größerer Einwirkungsmöglichkeit auf ausländische Tätermilieus: „Wir erhoffen uns durch unsere Kolleginnen und Kollegen mit ausländischen Wurzeln einen noch engeren Dialog mit ausländischen Bevölkerungsgruppen. Mit Sprache, Kultur und Mentalität der jeweiligen Gruppe vertraut zu sein, hilft uns vor allem bei der polizeilichen Aufklärungsarbeit und Konfliktlösung.“

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