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Vietnamesische Banden im Visier

Innenminister Bayerns und Tschechiens wollen Drogenlabore bekämpfen

Montag, 19 Oktober 2015 16:58
Innenminister Bayerns und Tschechiens wollen Drogenlabore bekämpfen Quelle: PIXABAY.COM

Nürnberg - Die Innenminister Bayerns und Tschechiens, Joachim Herrmann (CSU) und Milan Chovanec, haben in Nürnberg eine Absichtserklärung zur Bekämpfung grenzüberschreitender Kriminalität unterzeichnet. Vorrangig geht es um eine bessere Behörden-Zusammenarbeit gegen den Schmuggel und Verkauf der synthetischen Droge Crystal, aber auch um Wohnungseinbrüche und Autodiebstähle in der Grenzregion. Die tschechische Seite will verstärkt gegen die Drogenlabore auf ihrem Staatsgebiet vorgehen und Händlerringe und Schmugglerrouten aufdecken. Der Informationsaustausch zwischen deutschen und tschechischen Behörden soll beschleunigt und der Sprachunterricht für Polizisten beider Seiten verbessert werden.

Der tschechische Innenminister Milan Chovanec macht vor allem vietnamesische Banden für den florierenden Crystal-Handel verantwortlich. Die Regierung in Prag setzte bisher auf die Zusammenarbeit mit vietnamesischen Kriminalbeamten, um bandenartige Strukturen aufzudecken. „Leider hat Vietnam seine Zusagen bisher nicht eingehalten“, so Chovanec. Man hoffe jetzt auf Hilfe aus Deutschland.

Laut Bayerns Innenminister Joachim Herrmann steigt die im Grenzgebiet sichergestellte Drogenmenge weiter an. Im letzten Jahr stellten Fahnder in Bayern nach Angaben des Innenministeriums knapp 15 Kilogramm Crystal sicher. Dass immer größere Mengen dieser synthetischen Droge in kristalliner Form gefunden werden, zeigt für die Polizei, dass der Handel längst zur organisierten Kriminalität geworden ist.

Inzwischen sei Crystal nicht mehr nur in Oberfranken und der Oberpfalz als den Grenzgebieten zu Tschechien anzutreffen, sondern zunehmend auch im Ballungsraum München, sagte Herrmann in Nürnberg.

Letzte Änderung am Montag, 19 Oktober 2015 17:10
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