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Widerstand gegen einen Parteiadel

Hansjörg Müller (AfD) wirbt für Mitgliederparteitage und ausgebaute demokratische Strukturen

Dienstag, 26 Mai 2020 20:59
Hansjörg Müller, MdB/AfD, warnt vor denen da oben, die sich demokratischen Entscheidungen innerhalb der Partei durch Delegierten-Parteitage entziehen wollen. Hansjörg Müller, MdB/AfD, warnt vor denen da oben, die sich demokratischen Entscheidungen innerhalb der Partei durch Delegierten-Parteitage entziehen wollen. Quelle: BAYERN DEPESCHE

Berlin - Die AfD ist immer noch eine junge Partei. Sowohl im Deutschen Bundestag als auch im Bayerischen Landtag ist die Alternative für Deutschland erst seit den letzten Wahlen vertreten. Und doch entwickelt sich diese Alternative in weiten Teilen ähnlich wie die anderen Parteien: Eine ursprünglich zufällig an die Spitze gerückte Nomenklatura macht Aufstiegschancen gegenüber parteiinternen Wettbewerbern dicht. Ein „Parteiadel“ bildet sich.

Nun neigen solche Strukturen in fast allen Parteien dazu, abhängige Mitarbeiter und enge Freunde zu Delegierten zu befördern, um in Hinterzimmer-Deals Listenaustellungen bequem auszukungeln. Diese Gefahr sieht auch der bayerische Bundestagsabgeordnete Hansjörg Müller (Jahrgang 1968). Müller ist stellvertretender Vorsitzender des AfD-Landesverbands Bayern und plädiert dringend für Mitgliederparteitage zur Aufstellung von Listen und zu Beschlussfassungen für richtungsweisende Entscheidungen.

In einem Aufruf an die eigenen Parteifreunde erklärt Müller: „Über den Mitgliederparteitag 2020 müssen wir jetzt und sofort in der aktuell laufenden Mitgliederbefragung entscheiden und den Umbau (durch die eigene Führung!) unserer lieb gewonnenen AfD in eine Alt- und Systempartei stoppen.“

Sobald dieses Ziel erreicht sei, so wirbt Müller, sollen im Anschluss alle AfD-Mitglieder über unmanipulierbare Onlineabstimmungen in die Situation versetzt werden, echte Demokratie vorleben und mitgestalten zu können.

Auch in anderen Landesverbänden der AfD gibt es erhebliche Zweifel an reinen Delegierten-Entscheidungen. Insbesondere im Landesverband Berlin kann kaum noch von gelebter Demokratie gesprochen werden, da ein eigenwilliger Notvorstand die Konfrontation mit den einfachen Mitgliedern zu scheuen scheint. Solche Zustände sollen sich in Bayern nicht wiederholen. Ein System von Apparatschiks passe nicht zur AfD.

Hansjörg Müller, studierter Diplom-Volkswirt, gilt innerhalb der AfD als starker Fürsprecher für die Sorgen des Mittelstands und des Handwerks in Deutschland.

 

Hinweis: https://youtube.com/watch?v=xSYxOIKcNE8&feature=youtu.be

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