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Bayerischer Einzelhandel investiert jährlich 170 Millionen Euro in Diebstahlprävention

Handelsverband Bayern beziffert Diebstahlschäden auf jährlich 335 Millionen Euro

Mittwoch, 01 Juni 2016 22:09
Bayerischer Einzelhandel investiert jährlich 170 Millionen Euro in Diebstahlprävention Bayerischer Einzelhandel investiert jährlich 170 Millionen Euro in Diebstahlprävention

München - Wie der Handelsverband Bayern e.V. mitteilte, entsteht dem Einzelhandel im Freistaat durch Diebstähle ein immenser Schaden. Handelsverband-Sprecher Bernd Ohlmann sagte, dass in bayerischen Geschäften jedes Jahr Waren im Wert von etwa 335 Millionen Euro geklaut würden.

Im letzten Jahr wurden in Bayern knapp 37.150 Ladendiebstähle registriert. Ohlmann verweist auf die hohe Dunkelziffer nicht entdeckter oder nicht angezeigter Diebstähle: „Nur jeder zehnte Dieb wird überhaupt entdeckt und angezeigt.“ Der Pressesprecher beklagt eine „Anzeigenmüdigkeit“ unter Händlern, weil Verfahren gegen Ladendiebe zu häufig „wegen Geringfügigkeit eingestellt“ würden.

Ein „riesengroßes Problem“ sind für den Handelsverband-Sprecher die bandenmäßig organisierten und gewaltbereiten Ladendiebe. Ein Blick in die Polizeiliche Kriminalstatistik verrät, dass es in Bayern im letzten Jahr 1.038 Fälle von besonders schwerem Ladendiebstahl gab; im Jahr 2011 waren es noch 720 Fälle. Das ergibt eine Zunahme in dieser Deliktgruppe um fast 44 Prozent innerhalb weniger Jahre. Die Statistik verrät aber nicht, wie viele dieser schweren Diebstähle durch Banden und wie viele mit Gewalteinsatz verübt wurden.  

Nach Angaben des Handelsverbandes werden im Freistaat jährlich 170 Millionen Euro in die Verhinderung von Ladendiebstählen gesteckt. Einzelhändler, die es sich leisten können, investierten immer stärker in Kameras, Mitarbeiterschulung, Sicherungssysteme und Ladendetektive. Inhaber kleiner Geschäfte ohne Sicherheitstechnik seien besonders auf die Aufmerksamkeit ihrer Mitarbeiter angewiesen, so Ohlmann.

Mit 60.000 Betrieben, 330.000 Beschäftigten und über 40.000 Ausbildungsplätzen ist der Einzelhandel nach Industrie und Handwerk der drittgrößte Wirtschaftszweig in Bayern.

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