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In Bayern wurden im letzten Jahr deutschlandweit die meisten Wildtierunfälle gezählt

Grünen-Abgeordneter Matthias Gastel fordert wegen Wildtierunfällen in Bayern teure „Grünbrücken“

Montag, 28 Dezember 2015 20:59
Matthias Gastel Matthias Gastel Quelle: gruene-bundestag.de

Berlin - Wie aus einer Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen hervorgeht, passierten 2014 deutschlandweit die meisten Wildtierunfälle in Bayern. Der Freistaat führt die Statistik mit 493 Unfällen an. Es folgen Niedersachsen mit 382 Wildtierunfällen, Rheinland-Pfalz mit 263, Hessen mit 242, Nordrhein-Westfalen mit 206 und Baden-Württemberg mit genau 200 Zusammenstößen.

Das Bundesverkehrsministerium gab außerdem bekannt, dass die Zahl der Wildunfälle in Deutschland in den letzten 20 Jahren deutlich zurückgegangen ist. Demnach wurden 2014 2.777 Verkehrsunfälle mit Wildtieren registriert. Seit Beginn des Jahrzehnts sei die Zahl der Wildunfälle mit Personenschäden gegenüber 1995 um 13 Prozent gesunken. Damit sank die Zahl solcher Unfälle in den letzten 20 Jahren aber erheblich langsamer als die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle.

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Matthias Gastel kommentierte die Zahlen so: „Dass die Anzahl der Wildtierunfälle weitaus weniger zurückgeht als die Verkehrsunfälle insgesamt, zeigt den politischen Handlungsbedarf. Um Menschen, aber auch Wildtiere besser zu schützen, braucht es mehr Engagement von Bund und Ländern.“

Nach Auffassung des Bundestagsabgeordneten sind „Grünbrücken“ die wirkungsvollste Maßnahme gegen Wildtierunfälle – aber natürlich auch die teuerste. Wie der Name schon nahelegt, handelt es sich um nur für die Tierüberquerung von Straßen konzipierte Brücken mit viel Pflanzengrün. Laut der Grünen-Fraktion im Bundestag gebe es für „Grünbrücken“ bislang keine gesonderte Finanzierung im Bundeshaushalt, sondern sie würden aus den allgemeinen Straßenbaumitteln finanziert.

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