bayern-depesche.de

Freigegeben in Politik

2.668 Fälle akuter Kindeswohlgefährdung

Im Jahr 2015 mehr als 15.000 Gefährdungseinschätzungen für Kinder und Jugendliche in Bayern

Freitag, 08 Juli 2016 00:31
Im Jahr 2015 mehr als 15.000 Gefährdungseinschätzungen für Kinder und Jugendliche in Bayern Bildquelle: PIXABAY.COM

München - Die Jugendämter in Bayern meldeten im Jahr 2015 insgesamt 15.334 Gefährdungseinschätzungen für Kinder und Jugendliche. Darunter werden Fälle verstanden, in denen geprüft wird, ob das Wohl von Kindern beziehungsweise Jugendlichen gefährdet ist.

Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik lag in 2.668 Fällen eine akute und in 3.073 Fällen eine latente Gefährdung des Kindeswohls vor. Dabei waren Anzeichen für eine Vernachlässigung oder eine psychische Misshandlung die häufigsten Gründe einer Kindeswohlgefährdung.

Bei 5.235 Gefährdungseinschätzungen stellten die Behörden bei näherer Prüfung keine Kindeswohlgefährdung fest, jedoch Hilfebedarf in Gestalt einer Erziehungsberatung oder einer Schutzmaßnahme. In 4.358 Fällen wurde weder eine Kindeswohlgefährdung noch weiterer Hilfebedarf ermittelt.

Grundlage der Statistik zur Kindeswohlgefährdung ist das Bundeskinderschutzgesetz, das zum 1. Januar 2012 in Kraft trat. Eine Kindeswohlgefährdung liegt dann vor, wenn das körperliche, geistige und seelische Wohl eines Kindes durch das Tun oder Unterlassen der Eltern oder Dritter gravierend beeinträchtigt wird und dadurch zeitweilige oder dauerhafte Schädigungen in der Kindesentwicklung drohen.

Eine Gefährdungseinschätzung nach § 8a Absatz 1 SGB VIII ist von Jugendämtern immer dann abzugeben, wenn einem Jugendamt Anhaltspunkte für die Gefährdung des Wohls eines Kindes oder Jugendlichen bekannt werden, es sich daraufhin einen unmittelbaren Eindruck von dem Minderjährigen und seiner persönlichen Umgebung verschafft hat und das Gefährdungsrisiko im Zusammenwirken mit Experten bewertet wurde.

Die Zahl von 15.334 Gefährdungseinschätzungen im Jahr 2015 bedeutet eine Zunahme von 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Betroffen waren 7.863 Jungen und 7.471 Mädchen.

Letzte Änderung am Freitag, 08 Juli 2016 23:02
Artikel bewerten
(7 Stimmen)
Bitte anmelden, um einen Kommentar zu posten