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Klimaschutz

G7 wollen Dekarbonisierung bis zum Ende des Jahrhunderts umsetzen

Dienstag, 09 Juni 2015 15:10
G7 wollen Dekarbonisierung bis zum Ende des Jahrhunderts umsetzen Quelle: PIXABAY.COM

Garmisch-Partenkirchen - Der nun am Montag zu Ende gegangene G7-Gipfel hat im Bereich der Klimaschutzpolitik einmal mehr ein ambitioniertes Ziel auf den Weg gebracht. Man darf gespannt sein, ob es wie immer bisher bei der bloßen Zieldefinition bleibt oder aber handfeste Maßnahmen ergriffen werden.

Man hat erneut bekräftigt, dass die Klimaerwärmung maximal zwei Grad betragen solle. Damit sollte die Voraussetzung dafür getroffen werden, dass auf der Klimakonferenz im Dezember in Paris ein Weltklimavertrag geschlossen wird. Doch auch die Zwei-Grad-Marke ist nichts wirklich Neues, wurde sich auf dieses Ziel doch schon auf der UNO-Klimakonferenz im Jahr 2010 verständigt.

Bemerkenswerter ist daher ein anderes Ziel, dass die Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten gefasst haben. Es handelt sich um die sogenannte Dekarbonisierung – den Komplettumbau des Wirtschaftssystems zur Vermeidung von Kohlenstoffemissionen. Dies solle bis Ende des Jahrhunderts gelingen, sagte nun Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD). Die G7 tragen sich darüber hinaus mit dem Ziel, den Energiesektor bis zum Jahr 2050 zu entkarbonisieren.

Das Ziel wurde offenbar von der deutschen Gipfel-Präsidentschaft vorgelegt. Die EU-Staaten unterstützten das Ziel, die USA reagierten mit Wohlwollen. Nur Japan trat auf die Bremse. Doch auch Japan hat mit 26 Prozent ein vorläufiges Ziel bis 2020 genannt. Die EU-Länder hatten sich 40 Prozent vorgenommen, Deutschland droht an diesem Ziel zu scheitern. Ein japanischer Spitzendiplomat sagte zu dem Ziel seiner Regierung: „Ich denke wir sind ehrgeizig genug.“ Nach Fukushima habe man den Energiemix massiv umstellen müssen.

Daniel Boese vom Kapagnennetzwerk Avaaz sagte mit Blick auf Japan, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel den japanischen Regierungschef Abe vom aktuellen „Klima-Harakiri“ abbringen müsse. Boese dazu weiter: „Japan darf Fukushima nicht mehr als Ausrede nutzen, sondern muss die Zeichen der Zeit erkennen und seine Weltklasseingenieure auch bei den erneuerbaren Energien anpacken lassen.“

Die Ziele sind anspruchsvoll. Man darf gespannt sein, ob sie ernsthaft angepackt werden. So lange die großen Klimasünder wie die USA und China dem Ganzen nur wohlwollend zunicken, aber keine sichtbaren Maßnahmen ergreifen, wird das Projekt Dekarbonisierung aber scheitern.

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