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Bundestagswahl 2021

Friedrich Merz zum CDU-Direktkandidaten im Wahlkreis Hochsauerland gewählt

Mittwoch, 21 April 2021 15:42
Friedrich Merz zieht‘s zurück in den Deutschen Bundestag Friedrich Merz zieht‘s zurück in den Deutschen Bundestag Quelle: CDU NRW

Arnsberg - Der frühere Unionsfraktionsvorsitzende Friedrich Merz ist zum Direktkandidaten im Wahlkreis Hochsauerland aufgestellt worden. Im Rahmen einer bereits erwarteten Kampfabstimmung setzte sich Merz mit 327 zu 126 Stimmen gegen seinen Konkurrenten Patrick Sensburg durch. Die Aufstellungsversammlung hatte in einem Fußballstadion im sauerländischen Arnsberg unter freiem Himmel stattgefunden.

In über 20-minütigen Reden hatten sich die Kandidaten zuvor den Delegierten präsentiert. Sensburg bezog sich hierbei vor allem auf seine langjährige Arbeit für den Wahlkreis, Merz hingegen betonte die dringende Reformbedürftigkeit der Partei. Zudem versicherte er, dass er sich in jedem denkbaren Falle mit aller Kraft für den Wahlkreis einsetzen werde, selbst wenn er gegebenenfalls eine Funktion in der neuen Bundesregierung ausüben werde. Abermals sprach er sich bei der Veranstaltung auch für einen Kanzlerkandidaten Armin Laschet aus. Die anwesenden stimmberechtigten Vertreter der CDU sahen ganz offensichtlich in einer Reform der Unionspolitik durch den Hoffnungsträger Merz die dringendere Herausforderung.

„Die CDU hat ihren Kompass verloren, unsere Wählerinnen und Wähler wissen nicht mehr, wofür wir eigentlich stehen“, führte Marz aus. Weiterhin forderte er: „Wir müssen wieder den Mut haben, eine stinknormale bürgerliche Politik zu machen, statt dem flüchtigen Zeitgeist atemlos hinterherzulaufen. Wir sind nicht die besseren Grünen und auch nicht die etwas weniger radikale AfD.“

Zudem entschuldigte sich Merz für sein Verhalten nach der verlorenen Wahl zum CDU-Vorsitzenden im Januar. Viele Mitglieder hätten von ihm erwartet, dass er wenigstens in irgendeiner Form im CDU-Präsidium mitarbeite. Beispielsweise hätte er auch als stellvertretender Vorsitzender kandidieren können. Dies würde er heute und im Nachgang betrachtet sicher tun, seine damalige Entscheidung und sein Verhalten sei ein Fehler gewesen. Auch hätte er nicht das Amt des Wirtschaftsministers beanspruchen sollen.

In seiner Funktion als Abgeordneter wolle er besonders auch unbequeme Fragestellungen ansprechen. Dafür sei er auch in jedem Falle unabhängig genug. Bereits zu einem früheren Zeitpunkt hatte er erklärt, dass er im Falle einer Wahl in den Deutschen Bundestag keinerlei Nebentätigkeiten ausüben werde. In Anspielung auf die entsprechende Formulierung von Kanzlerin Merkel betonte Merz, dass es in einer Demokratie keine „alternativlosen“ Entscheidungen gebe. Besonders kritisierte er auch die in Deutschland überbordende Bürokratie. Im globalen Machtkamf der Weltwirtschaft würden sich die Gewichte immer mehr in Richtung Amerika und Asien verschieben. Insgesamt sei man nicht ausreichend für die globalen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gerüstet. Besonders betonte Merz hierbei auch, dass die aktuelle Umweltpolitik bei Weitem nicht ausreichend sei, um die menschlichen Lebensgrundlagen und eine intakte Natur und Umwelt zu erhalten. Unter den aktuellen Defiziten leide vor allem die junge Generation. Er sehe es insgesamt als seine Aufgabe an, daran mitzuwirken, dass die Union wieder wie in früheren Tagen zu Ihrem Charakter als Volkspartei zurückkehre.

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