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Ziel ist schnellerer Abruf von Ermittlungshinweisen, Fahndungsfotos und Einsatzbefehlen

Freistaat Bayern startet „Polizei Messenger“ zur besseren Vernetzung der Einsatzkommunikation

Samstag, 03 Juni 2017 14:29
Freistaat Bayern startet „Polizei Messenger“ zur besseren Vernetzung der Einsatzkommunikation Bildquelle: PIXABAY.COM

München - Nach einem erfolgreichen Testlauf beim Polizeipräsidium München startet die Nutzung des „Polizei Messenger“ zunächst beim Polizeipräsidium Mittelfranken. Bis Ende 2017 sollen alle bayerischen Polizeiverbände mit insgesamt 2.800 speziellen Smartphones ausgestattet werden und schließlich im Jahr 2018 jede Polizeistreife über einen Messenger verfügen. Die Finanzmittel dafür kommen aus dem Sicherheitspaket „Sicherheit durch Stärke“ der bayerischen Staatsregierung, die dafür in diesem Jahr 3,7 Millionen Euro bereitstellt.

Als einen „Quantensprung für die Einsatzkommunikation der Polizei“ hat Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) den neuen Messenger bezeichnet. Gemeinsam mit dem Münchner Polizeipräsidenten Hubertus Andrä und dem mittelfränkischen Polizeipräsidenten Johann Rast gab er den Startschuss für die flächendeckende Ausstattung der bayerischen Polizei. „Es geht uns dabei um die digitale Übermittlung wichtiger Einsatzinformationen aller Art, beispielsweise von Ermittlungshinweisen, Fahndungsfotos und Einsatzbefehlen“, erklärte der Minister. Der Freistaat erhofft er sich von der neuen Technik eine bessere Vernetzung der Polizeieinheiten. Insbesondere die Kommunikation zwischen den Polizeistreifen und den Einsatzzentralen soll präsidiumsübergreifend vereinfacht werden und den modernen Digitalfunk ergänzen.

Der Amoklauf in München und die von Asylbewerbern begangenen Anschläge bei Würzburg und in Ansbach im Jahr 2016 hätten gezeigt, wie wichtig es sei, die Polizei schnellstmöglich mit einem hochfunktionalen polizeilichen Messenger-Dienst auszustatten, sagte Joachim Herrmann. „Dabei hat uns sehr geholfen, dass wir auf Grundlage eines Rahmenvertrags des bayerischen Finanzministeriums auf die Firma Vodafone setzen konnten“, erläuterte er. In Rekordzeit sei es so gelungen, den „Polizei Messenger“ schon zum Oktoberfest 2016 erfolgreich zu testen.

Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes und der Datensicherheit versucht der Minister zu zerstreuen. „Für uns kommt nur ein sicherer und vollkommen zuverlässiger ‚Polizei Messenger‘ in Frage. Die Daten unseres Messengers und der Serverstandort befinden sich auf deutschem Staatsgebiet und entsprechen somit den deutschen und bayerischen Datenschutzrichtlinien.“ Außerdem sei die über Vodafone zur Verfügung gestellte Serverstruktur nach den Standards des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik zertifiziert und nach außen hin vollkommen abgeschottet. Laut Herrmann werden die übermittelten Nachrichten bereits bei der Übertragung automatisch verschlüsselt und ebenso abgespeichert.

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