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Unterschied zu „Migranten-Wahl“ in Sachsen-Anhalt

Freiburger Wählerbefragung: AfD stärkste Partei bei Deutschen mit Migrationshintergrund

Freitag, 25 März 2016 21:39
Freiburger Wählerbefragung: AfD stärkste Partei bei Deutschen mit Migrationshintergrund Quelle: alternativefuer.de

Freiburg/Magdeburg – Das Amt für Bürgerservice und Informationsverarbeitung der Stadt Freiburg im Breisgau hat bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg mit studentischen Hilfskräften vor sieben Wahllokalen eine Wählerbefragung durchgeführt, die zu interessanten Ergebnissen kam. Insgesamt nahmen 1548 Wähler an der Erhebung teil, die vor den Wahllokalen von den Studenten neben persönlichen Angaben wie Geschlecht, Alter, Bildungsabschluss, Religionszugehörigkeit, Beruf oder Migrationshintergrund nach ihrer Stimmabgabe befragt wurden. Das entspricht 6,9 Prozent aller Wähler der ausgewählten Wahllokale bzw. 1,9 Prozent aller Freiburger Wähler, womit laut dem Soziologen Sören Werner, der die Befragung leitete, das Repräsentativitätskriterium erfüllt ist.

Die Erhebung förderte unter anderem zu Tage, dass die Linkspartei die jüngsten und die SPD die ältesten Wähler in Freiburg hat. Bei der Gruppe der 18- bis 25-Jährigen erreichte die Linke 15 Prozent, die FDP erstaunliche 14 Prozent und die CDU 12 Prozent. Die AfD landete hier mit sechs Prozent auf dem letzten Platz. Bei den 25- bis 30-Jährigen kam die Linke sogar auf 43 Prozent, während die AfD hier gleichauf mit der FDP auf 17 Prozent kam. Am besten schnitt die AfD bei den 25- bis 40-Jährigen ab. Hier war sie mit 26 Prozent stärkste Partei. Mit deutlichem Abstand folgen in dieser Altersgruppe die Grünen mit 15 Prozent. Die SPD konnte hingegen bei den Über-70-Jährigen mit 21 Prozent den stärksten Wert erreichen. Die AfD kam hier auf sechs Prozent.

Besonders interessant sind jedoch die Werte bei den Wählern mit ausländischen Wurzeln. So haben laut Befragung 34 Prozent der Freiburger AfD-Wähler einen Migrationshintergrund – der höchste Wert im Vergleich zu den anderen Parteien. Hier liegt die AfD deutlich vor den Linken, bei denen 12 Prozent der Wähler einen Migrationshintergrund haben, gefolgt von CDU (11 Prozent), FDP (10 Prozent), SPD (9 Prozent) und Grünen (6 Prozent).

Ganz anders die Ergebnisse bei den sogenannten Probewahlen, die das Landesnetzwerk Migrantenorganisationen in Sachsen-Anhalt (LAMSA) in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung am 11. März, zwei Tage vor den dortigen Landtagswahlen, für „Menschen mit Migrationshintergrund ohne deutsche Staatsangehörigkeit“ durchführte. Dabei konnten Migranten im Rahmen des Projekts „Politische Partizipation ohne Wahlzettel“ in insgesamt 16 Wahllokalen sowie per Briefwahl symbolisch ihre Stimme für eine Partei abgeben. Damit verbunden wurde der Hinweis, „dass über 8 Millionen dauerhaft in Deutschland Lebende nicht an Wahlen teilnehmen dürfen“, was das LAMSA gern ändern möchte.

Bei dieser (nicht repräsentativen) Probewahl schnitt als stärkste Partei die CDU mit 37,1 Prozent deutlich besser ab als bei der Landtagswahl, wo sie nur 29,8 Prozent erreichte. Die SPD folgt mit 22,7 Prozent auf Platz zwei (Landtagswahl: 10,6%), danach kommen Linke mit 20,8 Prozent (16,3 Prozent) und Grüne mit 14,4 Prozent (5,2 Prozent). Alle anderen Parteien inklusive der AfD erhielten bei der Migranten-Wahl zusammen rund 5 Prozent – statt 38,2 Prozent (davon 24,2 Prozent für die AfD) bei der Landtagswahl.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Kalkül der in Berlin regierenden Parteien, die mit ihrer Politik der offenen Grenzen auch auf das Wohlwollen künftiger „Neubürger“ setzen, aufzugehen scheint. Wenn man dem die Ergebnisse der Freiburger Wählerbefragung gegenüberstellt, so lässt sich feststellen, dass jene, die schon vor längerer Zeit als Migranten nach Deutschland gekommen sind, die deutsche Staatsbürgerschaft erlangt haben und vielfach gut integriert sind, offenbar ein gesteigertes Interesse daran haben – und zwar ein weitaus größeres als die autochthonen Deutschen –, dass die Zuwanderungswelle abebbt. Viele der eingebürgerten Deutschen sind schließlich von den drohenden Verteilungskämpfen um günstigen Wohnraum, Arbeitsplätze oder auch soziale Sicherungsleistungen mindestens ebenso betroffen wie die „Bio-Deutschen“.

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