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AfD reagiert mit Unverständnis auf Angriff des Fußball-Managers

FC-Bayern-Chef Uli Hoeneß attackiert AfD und will deren Politiker „entlarven“

Montag, 02 Januar 2017 18:20
Uli Hoeneß Uli Hoeneß Quelle: de.wikipedia.org | Foto: Harald Bischoff | CC BY-SA 3.0

München - Der wegen siebenfacher Steuerhinterziehung zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilte Fußball-Manager Uli Hoeneß hat die AfD scharf attackiert und deren „Entlarvung“ gefordert.

In einem Interview mit der Münchner „tz“ bezeichnete es der Präsident des FC Bayern München als „die große Überraschung“ des letzten Jahres, dass man politischen Umfragen nicht mehr trauen könne. Hoeneß kritisierte in diesem Zusammenhang die Volksferne der etablierten Parteien: „Viele Personen in der Politik, die sich nur oberflächlich mit der Bevölkerung beschäftigen, wissen nicht, was die Menschen wirklich denken. Nur diese Tatsache lässt den Schluss zu, dass eine Partei wie die AfD überhaupt zu solchen Wahlerfolgen kommen konnte.“ 

Ausgerechnet der immer erfolgreicheren AfD wirft der 64-Jährige vor, sich nicht um die Sorgen der Menschen zu kümmern: „Das ist eine Partei, die so tut, als würde sie den Finger in die Wunde legen. Aus meiner Sicht haben sie bis heute allerdings noch keine einzige Alternative aufgezeigt.“ Der FC-Bayern-Chef erklärte weiter: „Für mich zählen ihre Politiker auch nur zu den Besserwissern, nicht den Bessermachern. Ich bin der Meinung, dass alles getan werden muss, um diese Leute zu entlarven.“ 

Die AfD kommentierte diese Einlassung auf ihrer Facebook-Seite so: „Es ist uns völlig unerklärlich, wie der Präsident des FC Bayern München dazu kommt, vor uns zu warnen. Fürchtet er unseren Einsatz für Rechtsstaatlichkeit? Sind ihm die geschätzten 300 Millionen Euro Vermögen so zu Kopf gestiegen, dass er jegliches Gespür für das verloren hat, was das Volk bewegt? Oder trat er hier wieder einmal in den Dienst der CSU?“ 

Uli Hoeneß hatte dem deutschen Fiskus auf einem Schweizer Geheimkonto mindestens 28,5 Millionen Euro Steuern vorenthalten. Mit einer Selbstanzeige im Januar 2013 wollte er sich wieder reinwaschen. Das Landgericht München sah dies aber als unzureichend an und verurteilte ihn im März 2014 wegen Steuerhinterziehung zu einer dreieinhalbjährigen Haftstrafe. 

Im November 2015 stellte der Steuerhinterzieher einen Antrag auf Haftverkürzung, dem das Landgericht Augsburg stattgab. Am 29. Februar 2016 wurde er vorzeitig aus der Haft entlassen. 

Schon kurz nach seiner Entlassung erklärte der Manager, erneut für das Präsidentenamt seines Fußballvereins kandidieren zu wollen. Die Jahreshauptversammlung wählte ihn dann im November 2016 auch prompt wieder zum Vereinschef.

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