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Kriminalität

Falschgeld-Alarm in Bayern

Montag, 10 August 2015 17:41
Geldscheine (EURO) Geldscheine (EURO) Quelle: PIXABAY.COM

München - In Bayern ist momentan wesentlich mehr Falschgeld im Umlauf als in den letzten Jahren. Alleine in den ersten sechs Monaten dieses Jahres sei die Zahl der sichergestellten „Blüten“ im Vergleich zum ersten Halbjahr 2014 um alarmierende 85 Prozent gestiegen. Das sagte nun Helmut Schäfer, Abteilungsleiter beim Bayerischen Landeskriminalamt (LKA), in München. Schon im Gesamtjahr 2014 habe die Zahl der sichergestellten Falschgeldscheine im Vorjahresvergleich um 67 Prozent zugenommen. Am beliebtesten bei Geldfälschern sind die 50-Euro-Scheine, die deshalb auch am häufigsten aus dem Verkehr gezogen werden, gefolgt von 20-Euro- und 100-Euro-Noten.

LKA-Experte Schäfer sieht den Hauptgrund für den sprunghaften Anstieg im sogenannten Darknet, wo Falschgeld über verschlüsselte Kanäle einfach im Internet bestellt werden kann. 63.000 Falschgeldfunde registrierte die Bundesbank 2014 in Deutschland. Produziert werden die „Blüten“ vor allem in professionellen Druckereien in Italien, aber auch in Rumänien und Bulgarien. Erst im März dieses Jahres berichtete das „Hamburger Abendblatt“, dass deutsche und österreichische Polizisten einer international agierenden Fälscherbande das Handwerk legen konnten. Die Zeitung berichtete: „Kurz nachdem in Österreich die Handschellen klickten, stürmte die Hamburger Polizei eine Wohnung in einer Asylunterkunft in an der Steilshooper Allee. Hier war die Fälscherwerkstatt der insgesamt vierköpfigen Bande, deren Mitglieder aus Serbien, aber auch aus Rumänien stammen. Und hier konnte das Mobile Einsatzkommando, das die kleine Wohnung bereits mehr als zwei Wochen observiert hatte, auch den Chef der Fälscher überwältigen: Vlada D., 43 Jahre alt, der in Österreich schon gesucht und in Serbien bereits wegen Geldfälscherei verurteilt worden war.“

Laut Landeskriminalamt sorgen diese „Blüten“-Bestellungen im Internet neuerdings auch für deren starke Verbreitung im ländlichen Raum, während in der Vergangenheit vor allem die Großstädte betroffen gewesen seien. Wer eine „Blüte“ in die Hände bekommt, sollte unbedingt zur Polizei gehen, auch wenn der Schein nicht ersetzt wird und man deshalb auf dem finanziellen Schaden sitzenbleibt. Denn Falschgeld wissentlich in Umlauf zu bringen, ist eine Straftat, wie Helmut Schäfer betont.

Gefälschte Geldnoten sind für Nicht-Kriminalisten kaum noch anhand von Farb-, Format- und Bildmerkmalen zu erkennen. Eher kann man „Blüten“ noch anhand der allgemeinen Sicherheitsmerkmale wie Wasserzeichen, Glanzstreifen, Hologramm, Smaragdzahlen, Mikroschrift, Relief und Sicherheitsfaden identifizieren. Fachkundige Tipps zur Falschgeld-Erkennung gibt es auf der Webseite der Deutschen Bundesbank: http://www.bundesbank.de/Navigation/DE/Aufgaben/Bargeld/Falschgeld/Falschgelderkennung/falschgelderkennung.html

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