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Ehemaliger Landtagsabgeordneter gilt weiterhin nicht als vorbestraft

Ex-CSU-Politiker Michael Brückner wegen Sex-Affäre mit Minderjähriger zu Geldstrafe verurteilt

Montag, 26 September 2016 14:21
Michael Brückner Michael Brückner Pressefoto

Nürnberg - Vor drei Monaten geriet der damalige Nürnberger CSU-Landtagsabgeordnete Michael Brückner wegen der Sex-Affäre mit einer Minderjährigen in die landesweiten Schlagzeilen. Nach massivem innerparteilichen Druck legte er alle politischen Ämter einschließlich des Landtagsmandats nieder.

Brückner war in seiner aktiven Zeit Vorsitzender des CSU-Kreisverbandes Nürnberg-Nord und seit dem Jahr 2013 Landtagsabgeordneter. Seit 2007 gehörte er außerdem dem Präsidium des Bayerischen Bauernverbandes an und fungierte mehr als zehn Jahre als ehrenamtlicher Richter am Nürnberger Arbeitsgericht.

Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth nahm nach Bekanntwerden der Missbrauchsvorwürfe Ermittlungen wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs Jugendlicher auf. Eine Behördensprecherin sagte im Juni, es handle sich um zwei Missbrauchsfälle, die der 51 Jahre alte Politiker an einem Mädchen im Altersbereich von 15 und 16 Jahren begangen habe. Beide Vorfälle ereigneten sich im vergangenen Dezember.

Um die ungestörte sexuelle Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zu garantieren, erlaubt der Gesetzgeber volljährigen Personen nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen sexuelle Handlungen mit 15-Jährigen. Dazu gehört, dass der ältere Sexualpartner höchstens 21 Jahre alt ist. Ist er älter, können Sex-Kontakte nach Paragraph 182 des Strafgesetzbuches als sexueller Missbrauch von Jugendlichen geahndet werden, wenn die „fehlende Fähigkeit des Opfers zu sexuellen Selbstbestimmung“ ausgenutzt wird.

Erwachsene dürfen für Sex mit unter 18-Jährigen außerdem kein Geld bezahlen und keine Zwangslage von Minderjährigen ausnutzen. In der Causa Brückner ist das Mädchen von dem 51-Jährigen für die sexuellen Handlungen bezahlt worden, nachdem sich beide über ein öffentliches Inserat kennengelernt hatten.

Laut Oberstaatsanwältin Antje Gabriels-Gorsolke hat das Amtsgericht Nürnberg nun gegen Michael Brückner einen Strafbefehl wegen sexuellen Missbrauchs in zwei Fällen erlassen. Die verhängte Geldstrafe in Höhe von 90 Tagessätzen entspricht drei Monatsgehältern des Gemüsebauern. Da Brückner die Strafe akzeptiert hat, bleibt ihm ein öffentlicher Prozess erspart. Mit diesem Strafmaß gilt der ehemalige Politiker auch nicht als vorbestraft, was erst ab 91 Tagessätzen der Fall ist.

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