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„Entschleunigung“ soll der Weg zu Gott sein

Erzbischof Ludwig Schick fordert in Fastenzeit Verzicht auf Smartphones und Computer

Donnerstag, 11 Februar 2016 20:33
Erzbischof Ludwig Schick in Afrika Erzbischof Ludwig Schick in Afrika Quelle: de.wikipedia.org | T. E. Ryen

Nürnberg - Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick hat mit der Forderung für Aussehen gesorgt, in der Fastenzeit auf Smartphones, Tablets und Computer zu verzichten. Beim Aschermittwoch der Künstler in Nürnberg plädierte er für eine gesellschaftliche Entschleunigung, die Gelassenheit und Zuversicht schenke und von Aggressionen und Depressionen befreie.

Die schnelllebige Zeit und die sich ständig überschlagende Nachrichtenlage verlangen nach Auffassung des Erzbischofs klare Stellungnahmen und Entscheidungen: „Wenn wir dabei zu Getriebenen werden, passieren Fehlentscheidungen und ungute Reaktionen.“ Ludwig Schick forderte deshalb zumindest für die Fastenzeit den Verzicht auf Smartphones, Tablets und Computer: „Wer ständig online ist für alles und jeden, der ist offline für Gott und betrügt sich damit um die beste aller Kommunikationen.“ Es sei wichtig, sich Zeit für die Besinnung auf Gott zu nehmen und dadurch die „Wahrheit“ zu erkennen. Man müsse nicht alles sofort kommentieren und nicht auf alles eine Antwort haben.

Auch für den Verbrauch von materiellen Gütern sei Entschleunigung geboten. „Wir brauchen eine Entschleunigung beim Wegwerfen von Nahrungsmitteln, von Kleidern und Geräten“, sagte Schick. Die ständige Jagd nach dem Exklusiven, dem Besonderen und Neuen mache krank, verbrauche zu viele Ressourcen und zerstöre die Umwelt.

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