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Treffen des europäischen Drogenfahnder-Netzwerkes

Ermittler aus 20 Staaten berieten in Fürth gemeinsam über Strategien zur Drogenbekämpfung

Mittwoch, 26 April 2017 21:44
Ermittler aus 20 Staaten berieten in Fürth gemeinsam über Strategien zur Drogenbekämpfung Bildquelle: PIXABAY.COM

Fürth - Am Montag trafen sich in Fürth die Chefermittler von Polizei, Zoll und Staatsanwaltschaften aus insgesamt 20 Staaten, um Strategien in der Drogenbekämpfung zu beraten.

Zu der Veranstaltung mit dem Namen Arbeitsgruppe (AG) Südost hatte das bayerische Landeskriminalamt zusammen mit der US-amerikanischen Anti-Drogen-Behörde DEA geladen. Auf der Tagesordnung standen Themen wie der internetgestützte Drogenhandel und der drogenfinanzierte Terrorismus. Kriminaldirektor Jörg Beyser, der das Drogenfahnder-Netzwerk leitet, sagte: „Beides sind hochaktuelle Probleme mit großer gesellschaftlicher Bedeutung.“

Das klassische Tätigkeitsfeld der 1972 gegründeten AG Südost ist die Bekämpfung des Heroinschmuggels entlang der Balkanroute. Die US-Behörden ermittelten in den 1970er Jahren wegen Heroinlieferungen aus Frankreich, die zuvor über die Balkanroute geschmuggelt worden waren. Da die Täter Kontakte nach München hatten, baten die Amerikaner das bayerische Landeskriminalamt um Unterstützung. Das war gewissermaßen die Geburtsstunde der Arbeitsgruppe Südost.

Den Ermittlern gelang es in der Folgezeit zwar, die sogenannte French Connection zu zerschlagen, nicht jedoch den Heroinschmuggel entlang der Balkanroute zu unterbinden. Die berühmt-berüchtigte French Connection wurde bald auch zum Stoff für Hollywood-Verfilmungen.

Die Vereinten Nationen schätzen, dass über die Balkanroute nach wie vor jährlich Heroin mit einem Marktpreis von rund 20 Milliarden Dollar geschmuggelt wird. Schätzungen zufolge soll allein in Deutschland der jährliche Heroinverbrauch bei über 50 Tonnen liegen. Die Arbeit wird dem europäischen Drogenfahnder-Netzwerk also keinesfalls ausgehen.

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