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Deutschlandweit starke Zunahme der Minijob-Rentner in der Altersgruppe ab 75 Jahren

Ende 2015 verdingten sich in Bayern fast 168.500 Rentner als Minijobber

Mittwoch, 31 August 2016 15:27
Ende 2015 verdingten sich in Bayern fast 168.500 Rentner als Minijobber Bildquelle: PIXABAY.COM

München - Rentenexperten warnen seit Langem vor einer massiven Zunahme der Altersarmut in Deutschland. Als Vorbote dieser Entwicklung gilt auch die Anzahl der Rentner, die sich als Minijobber verdingen.

Unerwartet viele Rentner mit Minijob wurden im letzten Jahr in Bayern gezählt. 2003 gab es im Freistaat etwa 102.000 Personen, die ihre Rente auf diese Weise aufbesserten. Bis Ende 2015 war die Zahl minijobbender Rentner in Bayern schon auf etwa 168.500 gestiegen. Damit gibt es dort mehr Senioren mit 450-Euro-Jobs als in allen neuen Bundesländern zusammen, wo im Vergleichszeitraum etwa 128.000 Rentner mit dieser Einkommensform gezählt wurden.

Holger Schäfer vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln stellt deshalb fest: „Besonders viele ältere Minijobber gibt es nicht dort, wo die Einkommen niedrig sind, sondern dort, wo der Arbeitsmarkt gut läuft.“

Wie viele dieser Menschen arbeiten gehen, weil sie von ihrer gesetzlichen Rente nicht leben können und deshalb aufstocken müssen, ist unklar.

Tatsache ist, dass in Deutschland die Zahl der Rentner mit einem 450-Euro-Job im letzten Jahr auf mehr als 940.000 gestiegen ist. Das entspricht im Vergleich zu 2005 einer Zunahme um 35 Prozent oder 700.000 Personen. 

Besonders stark gestiegen ist die Zahl der Minijob-Rentner ab 75 Jahren, wo man kaum von Freiwilligkeit, sondern von Altersarmut als Arbeitsmotiv ausgehen kann. Ende 2015 waren knapp 176.000 Rentner in dieser Altersgruppe als Minijobber tätig und damit mehr als doppelt so viele wie 2005.

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